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7 Tipps gegen die Leseflaute

Ihr kennt das sicher. Da hat man ein tolles Buch beendet und das nächste will einen nicht richtig packen. Oder man hat einen Stapel neuer Bücher, die nur darauf warten, verschlungen zu werden – aber irgendwie fehlt die Lust loszulegen. Die berüchtigte Leseflaute hat zugeschlagen und macht keine Anstalten, von selbst wieder zu verschwinden. Und da sind ja auch noch so viele Ablenkungen, selbst in Corona-Zeiten: Netflix, Prime und Co. können einen gnadenlos vom Lesen abhalten.

Ich selbst hatte zwei Jahre lang eine Leseflaute deluxe. In der Zeit habe ich vielleicht drei oder vier Bücher geschafft (Kochbücher mal aus der Rechnung genommen). Ich kann immer noch nicht genau sagen, woran es lag – andere Interessen, Stress auf der Arbeit, großartige Serien wie Sons of Anarchy, Breaking Bad usw., meine zwei Kater …

Gründe für eine Leseflaute kann es viele geben. Und wenn ihr Bücher liebt, wird diese Flaute auch irgendwann wieder vergehen und ihr werdet euch in neue Buchwelten stürzen. Wenn ihr dem Ganzen ein bisschen nachhelfen wollt, habe ich ein paar nützliche Tipps für euch, wie ihr zurück zum Lesen findet. Ich konnte meine Leseflaute damit jedenfalls besiegen.

1. Ein neues Genre ausprobieren

Och nö, das ist schon der elfte Thriller mit einem irren Serienmörder, der seinen Opfern die Köpfe abhackt … puh, die fünfte Liebesgeschichte mit dem Bad Boy und dem Mauerblümchen … verdammt, schon wieder so eine 08/15-Splatterstory … echt jetzt, eine Fantasygeschichte, in der ein junger und unerfahrener Held eine ganze Welt retten muss?

Kennt ihr das, wenn ihr euch in bestimmten Genres zwar sehr wohlfühlt, aber die Geschichten sich zu wiederholen scheinen? Da kann ja gar keine Leselust aufkommen! Zeit, in anderen Gewässern zu schwimmen. Vielleicht probiert ihr mal ein Genre aus, das ihr sonst nicht mit der Kneifzange anfassen würdet? Oder ein Untergenre eures Lieblingsbereichs, dem ihr noch keine Aufmerksamkeit gegönnt habt?

2. Eins der Lieblingsbücher re-readen

Oh, dieses herrliche denglische Wort: re-readen. Bevor ich mich nun über Sinn und Unsinn dieses Begriffs auslasse (und ich könnte so einiges dazu schreiben), sei gesagt: Es funktioniert tatsächlich. Und zwar richtig gut!

In einer Leseflaute zum Lieblingsbuch greifen, ist ein bisschen wie Heimkommen. Nach ein paar Seiten ist man wieder voll in der Geschichte drin, freut sich darauf, liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen, fiebert erneut mit, obwohl man schon weiß, wie das Ganze ausgeht.

Kurzum: Re-readen ist ideal, wenn die Leselust am Boden liegt und nicht mehr von selbst auf die Beine kommt.

3. Mit einem dünnen Buch loslegen

Ich würde ja gern wieder mehr lesen, aber diese dicken Schinken schrecken mich ab … klar, zu Recht! Wer sich gerade nicht aufraffen kann zu lesen, der sollte einen weiten Bogen um Klopper wie „Es“ von Stephen King machen. Keiner will einen Marathon von 1500 Seiten vor sich haben, wenn er gerade erst wieder ins Training eingestiegen ist.

Und haltet euch bloß fern von Buchreihen! Klar ist es toll, wenn eine klasse Geschichte sich über mehrere Bände zieht. Aber mitten in einer Leseflaute sind drölfzig Romane à 600 Seiten eine zu große Herausforderung. Da verliert man erst recht die Lust.

Warum nicht zu einem dünneren Buch greifen? Irgendwas Kompaktes mit 200 bis 300 Seiten. Leicht bekömmliche Einsteigerkost für die eingerosteten Lese-Augen. Oder eine Graphic Novel mit vielen Bildern und wenig Text? So was könnt ihr auch stemmen, wenn die Unlust euch fest im Griff hat.

4. Netflix, Prime usw. ausschalten

Jawohl, ich schaue sehr gern Netflix und Prime. Und jawohl, dadurch lese ich weniger. Ist ja klar: Die wenige Freizeit, die man hat, muss man gut auf die verschiedenen Möglichkeiten aufteilen. Und wenn gerade die neuste Staffel der Lieblingsserie rausgekommen ist, ist das ein sehr guter Grund, das Lesen etwas aufzuschieben.

ABER! Oft ist es ja auch so, dass man sich mittelmäßige Serien oder Filme reinzieht, um einfach etwas Beschallung zu haben. Nach einem anstrengenden Tag ist es doch viel bequemer, sich berieseln zu lassen, statt aktiv zu lesen. Genau da muss euer Umdenken ansetzen. Glotze aus, gemütliches Licht an, Buch in die Hand und los geht’s.

Und vergesst nicht, euer Handy ans Ladekabel zu hängen und damit möglichst außer Reichweite zu bringen. Nur schnell noch die Whatsapp-Nachricht lesen, nur kurz schauen, ob es bei Facebook oder Instagram was Neues gibt … eine Stunde ohne all das schadet sicher nicht.

5. Buchtipps von Freunden einholen

Was soll ich lesen? Worauf habe ich gerade Lust? In einer Leseflaute sind diese Fragen noch schwerer zu beantworten als sonst. Es braucht den richtigen Input, um richtig Bock auf ein Buch zu bekommen.

Also fragt herum! Fragt eure Freunde, eure Verwandten oder Bekannte in den sozialen Netzwerken, was sie gerade lesen oder was sie empfehlen können. Wenn die beste Freundin euch stundenlang von einem Buch vorschwärmt, könnte es ja auch für euch was sein.

Oder holt euch Anregungen im Internet. Ein Booktuber, der eine Lobeshymne von geschlagenen 10 Minuten auf ein Buch singt, kann ein genauso guter Ratgeber sein wie der Arbeitskollege, der in jeder noch so kurzen Pause dieses eine Buch aufschlägt.

6. Feste Lesezeiten einrichten

Nicht zu vergessen die Frage, wann und wo man überhaupt lesen soll. Richtet euch am besten feste Lesezeiten ein, um wieder ein bisschen reinzukommen. Dadurch entwickelt sich eine gewisse Routine, die dabei hilft, wieder Spaß am Lesen zu finden.

Ich persönlich greife jeden Abend vor dem Schlafengehen zu einem Buch. Eingekuschelt zwischen Decken und Kissen wird jeden und jeden Abend noch gelesen. Mal nur 10 Minuten, bevor mir die Augen zufallen, mal 2 Stunden, weil es gerade so spannend ist. Und selbst wenn es nur 10 Minuten sind, schafft man auch seine 10 bis 20 Seiten.

7. Keinen Druck machen

Das ist vermutlich der wichtigste Tipp von allen. Denn was nützt es, wenn ihr euch Stress macht? Je mehr Druck ihr auf euch selbst ausübt, um endlich wieder in den Leseflow reinzukommen, desto weniger Lust habt ihr darauf.

Lesen soll entspannen, in neue Welten entführen, Wissen vermitteln, und vor allem soll es Spaß machen. Ihr tut es für euch, und wenn euch in diesem Moment etwas anderes besser gefällt, na dann macht es. Das Lesen läuft euch ja nicht davon.

Habt ihr noch weitere Tipps gegen die Leseflaute? Hattet ihr schon mal eine Leseflaute und wenn ja, wie habt ihr euch davon befreit? Ich bin gespannt auf eure Antworten!

2 Comments

  • Loretta

    Du bist soooo fleißig meine Maus 🥰

    In der Tat nehme ich mittlerweile jede freie Minute mein Buch wieder in die Hand und lese. Meine Lust ist wieder geweckt.
    Hast du echt gut geschrieben – locker-flockig, mit ‘ner großen Portion Motivation. Wer danach keine Lust zum lesen hat … weiß ich auch nicht.

    Kussi :-*****

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