Cover Ange: Erde. Foto: Splitter
Comic,  Fantasy

Ange: Erde

„Erde“ ist der vierte Band der französischen Comic-Reihe „Das verlorene Paradies“ des Autorenduos Ange. Da die Bände alle miteinander zusammenhängen, werde ich in der Inhaltsangabe Spoiler nicht vermeiden können. Falls ihr euch den Lesespaß also nicht nehmen wollt, überspringt ihr die Inhaltsangabe am besten.

Das Schicksal der Welt entscheidet sich

Ist das Ende der Welt, wie wir sie kennen, gekommen? Sämtliche Ebenen befinden sich im totalen Ausnahmezustand. Die Dämonen haben endlich die Portale überwunden und überziehen alles mit blutigem Chaos. Himmel und Hölle bekämpfen sich derart erbittert, dass Kollateralschäden nicht mehr vermeidbar sind. Die Menschenwelt leidet unter den Auswirkungen dieses Krieges.

Der einzige, der diese Zerstörungswut noch aufhalten kann, ist der kleine Julien. Ihm hat das Schicksal ein schweres Los zugeteilt. Der einzige Weg, die komplette Auslöschung der Welt zu verhindern, führt den Jungen in die Hölle. Denn dort wartet das Monstrum, das einen Sieg der Hölle gegen die Engel bewirken könnte. Und noch jemand anderes wartet dort auf Julien …

Unterdessen steht Gabriel auf dem Schlachtfeld des Himmels. Gemeinsam mit den himmlischen Heerscharen stellt er sich dem Dämonenheer entgegen. Die Schlacht tobt und die Engel werden immer weiter zurückgedrängt. Das Ende ihrer Rasse scheint unausweichlich. Doch da begegnet auch Gabriel jemandem, der ihm helfen könnte …

Überraschende Wendungen mit einer Prise Philosophie

Um es vorab zu sagen: Der vierte Band „Erde“ kann an den großartigen dritten Teil „Paradies“ nicht ganz heranreichen. Da hatte der Vorgänger die Messlatte aber auch verdammt hoch gelegt. Trotzdem kann auch dieser Abschluss hervorragend unterhalten. Endlich laufen alle Fäden der Geschichte zusammen und das Schicksal der Welt entscheidet sich. Gleichzeitig bietet das Ende einen gewissen Interpretationsspielraum.

Vor allem regt dieser letzte Band noch etwas mehr als seine Vorgänger zum Nachdenken an. Die philosophischen Ansätze kommen dabei ohne moralischen Zeigefinger aus und erdrücken die Story nicht unter ihrer Botschaft. Und auch einige überraschende Wendungen erwarten den Leser wieder.

Hinzu kommen einmal mehr die tollen Zeichnungen und die dazu passende Kolorierung. Die Bilder und Farben fangen atmosphärisch die Stimmung der Geschichte ein, die zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Hoffnung und Resignation wechseln. So lassen sich nur durch das Betrachten der Bilder schon zahlreiche Emotionen einfangen.

Ein würdiger Abschluss

Obwohl der vierte Band nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten kann, ist „Erde“ ein würdiger Abschluss der Reihe „Das verlorene Paradies“ mit einem runden Ende. Tolle Zeichnungen und ein paar philosophische Ansätze sorgen für ein gelungenes Lesevergnügen. Wer schon die Vorgänger gelesen hat, kommt um diesen letzten Teil einfach nicht herum. Ein rundum toller Comic aus Frankreich!

8/10 Schicksale

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Erde
Reihe: Das verlorene Paradies – Band 4
Originaltitel: Paradis Perdu – Terres
Autor: Ange
Zeichnungen: Xavier
Verlag: Splitter
ISBN: 9783939823032
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenzahl: 48

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