Cover Ange: Fegefeuer. Foto: Splitter
Comic,  Fantasy

Ange: Fegefeuer

„Das verlorene Paradies“ ist eine vierteilige Comicreihe des französischen Autorenduos Ange, die bei Splitter erscheint. Das Duo arbeitet bei jedem der Bände mit einem anderen Zeichner zusammen. In „Fegefeuer“ steuert Künstler Philippe Xavier die Bilder zur Fantasy-Geschichte rund um den niederen Engel Gabriel und den gefallenen Engel Anya bei. Achtung, die Rezension kann ein paar Spoiler enthalten, was den Inhalt von Band eins, „Hölle“, angeht.

Wer ist Freund, wer ist Feind?

Der kleine Julien muss sich mittlerweile irgendwie allein durch die Unterwelt schlagen. Sowohl Himmel als auch Hölle sind auf der Suche nach ihm, denn in dem Jungen steckt weit mehr, als sich auf den ersten Blick erahnen lässt. Doch auf seiner Flucht weiß Julien so langsam nicht mehr, wem er noch trauen kann.

In einem ähnlichen Konflikt befindet sich Gabriel. Der niedere Engel weiß ebenfalls nicht mehr, wer noch Freund und wer Feind ist. Offenbar wollen einige aus seinen eigenen Reihen den Tod des kleinen Jungen. Trotzdem will Gabriel Julien in den Himmel bringen, denn seine noch schlummernden Kräfte könnten ihnen im Kampf gegen die Heerscharen der Hölle sehr nützlich sein.

Doch nachdem Gabriel Julien gefunden und mit ihm die lange Reise durch die Ebenen angetreten hat, überschlagen sich die Ereignisse. Sie werden auf dem Weg von Engeln aufgehalten, von Gabriels Verbündeten. Und die nehmen Gabriel fest, um ihn vor Gericht zu stellen – und zwar wegen Hochverrats …

Es geht mit neuem Zeichner weiter

„Fegefeuer“ erzählt die Geschichte aus „Hölle“ weiter und kann den ersten Band sogar noch ein bisschen übertrumpfen. Das liegt zum einen an den Zeichnungen: Xaviers Bilder sind vielleicht etwas gröber und simpler, dafür auch düsterer und damit passender zur Story.

Für mich persönlich erschließt sich allerdings nicht, warum überhaupt ein neuer Zeichner am Werk war, denn „Hölle“ war optisch sehr ansprechend. Der Wechsel stört zwar nicht, aber er ist sehr wohl bemerkbar und nicht logisch. Sei’s drum.

„Fegefeuer“ arbeitet mit Rückblenden, die die Zeit vor den kriegsähnlichen Zuständen zwischen Himmel und Hölle darstellen. Man lernt Gabriel und Anya auf eine ganz andere, neue Art kennen, die die Ereignisse in der Gegenwart umso brisanter machen.

Der ewige Kampf des Guten gegen das Böse ist natürlich kein neues Thema, aber hier wird es in Verbindung mit teilweise philosophischen Betrachtungen und der spannenden Handlung gut umgesetzt.

Atmosphärische Fortsetzung

Die Zeichnungen sind sehr atmosphärisch und die Story bleibt spannend. Vielleicht ist die Thematik nicht sensationell neu oder ausgefallen, aber sie wird stimmig erzählt und macht einfach Spaß. Fantasy-Fans werden jedenfalls ihre Freude daran haben – auch solche, die nicht viel mit Engelfantasy anfangen können, so wie ich. Unterm Strich wird die Geschichte gut fortgesetzt und es geht weiter mit „Paradies“.

8/10 Fegefeuer

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Fegefeuer
Reihe: Das verlorene Paradies – Band 2
Originaltitel: Paradis Perdu: Purgatoire
Autor: Ange
Zeichnungen: Philippe Xavier
Verlag: Splitter Verlag
ISBN: 9783939823018
Erscheinungsjahr: 2006
Seitenzahl: 48

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