Cover CUS: Das sonderbare Lexikon der deutschen Sprache. Foto: Eichborn
Sachbuch

CUS: Das sonderbare Lexikon der deutschen Sprache

CUS – das sind die Initialen eines Rätselautors aus Bayern. Sehr viel mehr ist nicht über ihn bekannt, da er seine Identität geheim hält. Seine Passion sind Rätsel und die deutsche Sprache, wie seine bisher veröffentlichten Werke zeigen. „Das sonderbare Lexikon der deutschen Sprache“ von CUS erschien 2009 im Eichborn Verlag. Hier dreht sich alles um die Besonderheiten und Eigenarten des Deutschen.

Kuriose Sprachbesonderheiten

Das Lexikon hält sich an die klassische Reihenfolge und stellt von A wie Abrakadabra bis Z wie Zusammengesetzte Wörter zahlreiche verschiedene Phänomene der deutschen Sprache vor. Und davon gibt es reichlich: erfundene Wörter oder Nasale, die längsten und kürzesten Ortsnamen im Deutschen, Zungenbrecher oder Gebärdensprache, die Worte mit den meisten Vokalen, Lehn- und Fremdwörter und vieles mehr.

Es geht um semantische und grammatische Stolpersteine, um Kuriositäten und um skurrile Eigentümlichkeiten. Viele Themen sind einem schon mal im Alltag begegnet, andere waren einem vielleicht noch gar nicht so bewusst. Auch die englische Sprache im Deutschen wird näher betrachtet, zum Beispiel wenn es darum geht, die 17 (!) möglichen Aussprachen des Buchstaben u zu erläutern. Und wer von euch hätte gewusst, dass „zweieiig“ eins von nur drei deutschen Wörtern ist, in denen fünf aufeinanderfolgende Vokale stecken?

Am Ende des Hardcover-Lexikons sind eine Literaturliste und ein Register sowie ein paar wenige Informationen zum Autor CUS zu finden.

Für Linguisten oder für Laien?

Ich beschäftige mich beruflich und privat viel mit Sprache und Text, deshalb finde ich solche Zusammenstellungen wahnsinnig spannend. Schon beim ersten Durchblättern fällt auf, wie viel Arbeit, Leidenschaft und Energie CUS investiert hat, um all die kleinen und großen Besonderheiten der deutschen Sprache zu sammeln.

Was das Buch für mich in der Bewertung herunterstuft, ist vor allem eins: Zunächst mal werden die vielen Fremdwörter und Fachbegriffe nicht immer erklärt. Das bedeutet, dass interessierte Laien hin und wieder nachschlagen müssen, um Zusammenhänge zu verstehen. Zum anderen fehlen zu oft erklärende Sätze oder Beispiele, die das dargestellte Phänomen verdeutlichen. Es handelt sich der Aufmachung nach aber nicht um ein Fachbuch für Linguisten. Um also interessierte Laien abzuholen, bietet „Das sonderbare Lexikon der deutschen Sprache“ zu wenig und gibt nicht genug Hilfestellung.

Dabei bietet das Lexikon einen reichhaltigen Fundus an sonderbaren, interessanten, lustigen und vor allem informativen Besonderheiten der deutschen Sprache. Und dieser Fundus hätte sich perfekt dazu geeignet, ihn nicht nur den Linguisten, sondern einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. In der vorliegenden Form ist es eher ein Lexikon für Sprachwissenschaftler, die mal Lust auf etwas anderes als ihre trockenen Fachwerke haben.

Es fehlt an Erläuterungen

Hobbylinguisten werden ihre helle Freude am „Sonderbaren Lexikon der deutschen Sprache“ und den vorgestellten sprachlichen Kuriositäten haben. Ich mag die kleinen und größeren Phänomene der Sprache, die hier aufgedeckt werden, aber mir haben zu oft die ausführlicheren Erläuterungen oder auch Beispiele gefehlt. Das Lexikon wird vermutlich nicht jedermanns Sache sein.

6/10 Sprachphänomene

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Das sonderbare Lexikon der deutschen Sprache
Autor: CUS
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783821860619
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 362

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