Cover Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller. Foto: Piper
Mystery,  Thriller

Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller

Mit dem Roman „Ich bin kein Serienkiller“ feierte der US-Amerikaner im Jahr 2009 sein Debüt. Tatsächlich wird der Roman in Großbritannien als Thriller für Jugendliche, in Deutschland als Thriller für Erwachsene und in den USA als Thriller für beide Altersklassen beworben. Und ohne zu viel vorwegzunehmen: Ich denke, auch wenn die Briten den Mist mit dem Brexit verbrochen haben, liegen sie im Fall von Wells’ Debütroman richtig.

Serienkiller – ja oder nein?

Der 15-jährige John Wayne Cleaver erscheint auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Teenager. Er interessiert sich für Mädchen, mag keine Hausaufgaben und ist auf der Suche nach seiner Identität.

Aber John Wayne Cleaver ist nicht wie andere Teenager. Und das liegt nicht daran, dass seine Mutter die örtliche Bestatterin ist und er im Umfeld einer Leichenhalle großgeworden ist. Er stellt sich bestimmte Regeln auf; zum Beispiel trifft er sich nicht mit dem Mädchen, das er gerne mag. Und er geht regelmäßig zu seinem Psychotherapeuten, auch wenn er keine Lust hat. Denn John ist sich sicher, dass etwas Dunkles und Gefährliches in ihm schlummert. Er ist davon überzeugt, dass er irgendwann zum Serienkiller wird.

Als tatsächlich eine Reihe an Morden seine Heimatstadt erschüttert, muss sich John der Frage stellen, ob er für diese toten Menschen verantwortlich ist oder ob seine quälende Gewissheit, er sei ein Mörder, nur Hirngespinste sind.

Unerwarteter Genremix

Vor der Lektüre hatte ich nicht gewusst, dass „Ich bin kein Serienkiller“ sowohl in der Jugend- als auch in der Erwachsenenliteratur einsortiert werden kann. Ich lese nur selten Jugendbücher, einfach weil mir da meistens die letzte Härte fehlt. Genau das hat mir auch bei Wells’ Debüt gefehlt.

Und mit „Thriller“ trifft es den Kern des Romans auch nicht hundertprozentig. Ohne zu viel verraten zu wollen, wird „Ich bin kein Serienkiller“ von einer Prise Fantasy beziehungsweise Mystery durchzogen, die die Thematik und die Ereignisse natürlich in ein ganz anderes Licht rückt. An sich ist das ja nichts Schlimmes. Aber bei mir war die Erwartungshaltung durch Werbung und Klappentext beeinflusst, und was ich letztendlich bekam, war doch etwas anderes.

Die Idee des Romans ist eigentlich klasse: ein Junge, der sich selbst für einen potenziellen Serienmörder hält und sich deshalb bestimmte Regeln auferlegt, um seine Umwelt nicht zu gefährden. Das Ganze ist auch gut umgesetzt worden. Aber für einen Thriller kommt zu wenig Spannung auf und für einen Roman mit Fantasy-Elementen ist zu wenig Fantastisches zu finden.

Potenzial nicht ausgeschöpft

In „Ich bin kein Serienkiller“ ist eine klasse Idee gut umgesetzt worden. Allerdings krankt Dan Wells’ Debüt sowohl an der Unentschlossenheit des Genremixes aus Thriller und Fantasy als auch an der Zaghaftigkeit der Umsetzung. Hier wäre mehr drin gewesen. Übrigens ist „Ich bin kein Serienkiller“ der Auftakt zu einer Reihe, die mit „Mr. Monster“ fortgesetzt wird.

6/10 Serienkiller

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Ich bin kein Serienkiller
Reihe: Serienkiller-Reihe – Band 1
Originaltitel: I Am Not a Serial Killer
Autor: Dan Wells
Verlag: Piper
ISBN: 9783492267717
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 384

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