Cover del Toro und Hogan: Die Saat. Foto: Heyne
Horror

del Toro / Hogan: Die Saat

Schon über zehn Jahre ist es her, dass ich den Roman „Die Saat“ von Guillermo del Toro und Chuck Hogan gelesen habe. Es ist der erste Band einer Trilogie und wird mit „Das Blut“ und „Die Nacht“ fortgesetzt. Mittlerweile gibt es dazu sogar eine Serie, die unter dem Titel „The Strain“ bekannt ist. Die Serie ist ganz okay (und yay, Kevin Durand ist dabei!), aber dieser Auftaktroman hat mich damals vom Hocker gehauen.

Alles beginnt mit einem Flugzeug

Ein Flugzeug landet auf dem John F. Kennedy International Airport in New York. Und dann passiert … nichts. Das Flugzeug, das aus Europa kam, rollt auf der Landebahn aus, die Triebwerke werden abgeschaltet, sämtliche Lichter erlöschen. Es gibt kein Signal des Piloten an den Tower, keine Passagiere steigen aus, nichts.

Die Behörden werden alarmiert. Handelt es sich um einen Terroranschlag? Sind etwa biochemische Waffen an Bord? Ephraim Goodweather, Chef des New Yorker Seuchenpräventionsteams, und seine Leute werden angefordert, um die Situation zu untersuchen.

Zusammen mit seiner Kollegin Dr. Nora Martinez und seinem Team erreicht Goodweather den Flughafen. Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen betreten sie das Flugzeug und vor ihnen eröffnet sich eine mehr als unheimliche Szenerie: Die Passagiere sitzen aufrecht in ihren Sitzen, regen sich aber nicht.

Nur einige wenige Menschen können lebendig aus der Maschine geborgen werden und kommen in Quarantäne. Die Leichen der anderen Passagiere sollen obduziert werden, um herauszufinden, was zum Teufel sich in diesem Flugzeug abgespielt hat. In dieser Nacht zieht das Grauen in New York ein …

Atemlose Spannung

„Die Saat“ musste nicht viel anstellen, um mich zu überzeugen. Schon nach den ersten paar Seiten war ich vollkommen drin: in der Atmosphäre, in der Story, in diesem unheilvollen Gefühl kurz vor einer riesigen Katastrophe. Selten habe ich ein Buch in so kurzer Zeit zu Ende gelesen, selten habe ich die Fortsetzung so ungeduldig herbeigesehnt. Und selten kann ich mich an so viele Details eines Romans auch nach Jahren noch so gut erinnern wie bei „Die Saat“.

Denn Guillermo del Toro, den viele eher als Regisseur von Filmen wie „Pans Labyrinth“ (dazu gibt es mittlerweile übrigens auch den Roman „Das Labyrinth des Fauns“) oder „Hellboy“ kennen, und sein Mitautor Chuck Hogan, seines Zeichens Schriftsteller und Drehbuchautor, eröffnen „Die Saat“ so dermaßen mitreißend, spannend und unheimlich, dass beinahe kein Weg daran vorbeiführt, die ersten 200 Seiten in einem Rutsch zu lesen.

Es kommt nicht von ungefähr, dass beide Autoren in Hollywood arbeiten, denn die Szenen des Romans werden geschildert, als sehe man einen Film. Und zwar einen ziemlich spannenden. Und einen teilweise verdammt gruseligen. Toll! Dabei lebt die Handlung vor allem von der schaurigen Atmosphäre. Horrorfans werden schnell ahnen, wo der Hase lang läuft, aber das ändert nichts daran, dass den Autoren hier ein großartiger Roman gelungen ist.

Dabei können auch die Charaktere überzeugen, die – allen voran Ephraim Goodweather – sympathisch und glaubwürdig gezeichnet sind. Man fiebert atemlos mit ihnen mit und fragt sich insgeheim, ob und wann der Erste der dunklen Bedrohung erliegen wird.

Ein Muss für jeden Horrorfan

Wäre „Die Saat“ ein Einzelband, er hätte satte 10 Punkte bekommen. Der Roman glänzt mit spannenden, gruseligen Szenen, einer mitreißenden Handlung, die keinen Moment Langeweile aufkommen lässt, und glaubwürdigen Charakteren. Ob Band zwei, „Das Blut“, da noch einen draufsetzen kann?

9/10 eiskalte Schauer

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Die Saat
Reihe: The Strain – Band 1
Originaltitel: The Strain
Autor: Guillermo del Toro und Chuck Hogan
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453435186
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 528

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2 Comments

  • Robert

    Ich kann mich der Rezension nur anschließen. Ich habe selten ein so spannendes und unterhaltsames Buch gelesen. Nur schade, dass der Spannungsbogen nicht über alle Bände gehalten werden kann.

    • Tina

      Das war echt total schade. Zu den beiden Folgebänden kommen die Rezensionen in den nächsten Wochen. Aber „Die Saat“ für sich genommen war großartig! 🙂

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