Cover Fred Vargas: Das Zeichen des Widders. Foto: Aufbau Taschenbuch
Comic,  Krimi

Fred Vargas: Das Zeichen des Widders

Ich mag es ja total, wenn Comics in erster Linie für erwachsene Leser gedacht sind. „Das Zeichen des Widders“ gehört zu dieser Sorte Comics. Fred Vargas, ihres Zeichens französische Krimiautorin, die unter anderem für ihren Kommissar Adamsberg bekannt ist, erschuf zusammen mit Zeichner Edmond Baudoin einen Krimi in Bildern.

Eine Tasche mit gar seltsamem Inhalt

Die beiden Freunde Grégoire und Vincent führen nicht gerade ein besonders gesetzestreues Leben: Die beiden haben sich auf Diebstahl spezialisiert und klauen vor allem Handtaschen und Rucksäcke. Und im schönen Paris finden sie mehr als genug unfreiwillige Opfer.

Doch bei ihrem letzten Coup entdecken die Halbwüchsigen etwas Grausiges: In der Tasche, die sie einem alten Mann gestohlen haben, befinden sich Haarbüschel, ein Tierschädel, Zahnsplitter und noch ein paar absonderliche Dinge.

Abgesehen von diesen okkulten Gegenständen finden die beiden auch jede Menge Geld. Doch nur einen Tag später wandelt sich die Freude über diesen Fund in Entsetzen: Grégoire findet Vincent ermordet in seiner Wohnung vor. Jemand hat dem Toten das Zeichen eines Widderkopfs auf den Körper gemalt.

Kommissar Adamsberg nimmt sich des Falls an und hat schon bald den Verdacht, dass ein Serienmörder am Werk sein könnte …

Funktioniert dieser Krimi als Comic?

Wer die Romane um Fred Vargas’ Kommissar Adamsberg mag, kann sich freuen. Denn in „Das Zeichen des Widders“ gibt es ein Wiedersehen mit dem hochintelligenten, umsichtigen Polizisten.

Zunächst einmal die Punkte, die mir nicht so gefallen haben: Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Comic von dem Zusammenspiel von Bild und Text lebt. Entsprechend gibt es in einem Comic weniger Text und damit weniger Inhalt als bei einem Roman (es sei denn, man bläht das Ganze auf hunderte von Seiten auf).

Bei Fred Vargas’ Ausflug in die Comicwelt hat mir dennoch ein wenig die Detailfülle gefehlt, die es gerade bei einem Krimi ja auch braucht, um mitraten zu können. In „Das Zeichen des Widders“ ist sehr schnell klar, wer der Mörder ist, der Schwerpunkt liegt ganz klar auf den Zeichnungen. Für mich hätte es gerne etwas komplexer sein dürfen.

Auch das okkulte Thema des Widderkopfs, dessen Bedeutung in Bezug auf die Morde und auch die Auswahl der Opfer wurden für meinen Geschmack zu halbherzig ausgearbeitet.

Dafür können die Zeichnungen von Edmond Baudoin auf voller Linie überzeugen. Der Comic ist in Schwarz-Weiß gehalten, die Bilder sind düster und teilweise fast skizzenhaft und tragen viel zur Stimmung bei. Auch die Balance zwischen Illustrationen und Text hat gut gepasst. Nur die vorhin schon erwähnte Detailarmut setzt sich auch in den Bildern fort.

Adamsbergs Welt in Bildern

Krimi mal anders: Wer Fred Vargas gerne liest und Kommissar Adamsberg mag, ist bei „Das Zeichen des Widders“ an der richtigen Adresse. Die Zeichnungen hätten hier und da etwas ausgefeilter und detailgenauer ausfallen können und dem Kriminalfall fehlt noch der letzte Schliff. Aber Kommissar Adamsbergs Welt in schwarzweißen Bildern zu sehen, hat ziemlich Spaß gemacht.

6/10 Widderköpfe

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Das Zeichen des Widders
Reihe: Kommissar Adamsberg ermittelt – Band 3
Originaltitel: Les quatre fleuves
Autor: Fred Vargas
Zeichnungen: Edmond Baudoin
Verlag: Aufbau Taschenbuch
ISBN: 9783351032500
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 222

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