Cover Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen. Foto: Knaur
Fantasy,  Gastrezension

Gastrezension – Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen

Die liebe Anne vom Blog Wortgebastel und ich haben gemeinsam den Fantasy-Bestseller „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo gelesen. Im Folgenden könnt ihr Annes Meinung zum Buch lesen; meine Meinung ist auf ihrem Blog zu finden. Besucht sie doch mal auf Wortgebastel oder ihrem Instagram-Account! Und jetzt viel Spaß mit ihrer Rezension. 🙂

Klappentext:

„Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission“: Der in der Hafen-und Handelsstadt Ketterdam unter dem Namen „Dirtyhands“ bekannte Kaz Brekker lehnt keinen Auftrag ab. Schon gar nicht, wenn eine Menge Geld für ihn dabei rausspringt. So willigt er auch dem waghalsigen Deal des Krämerrats ein, einen gefählichen Magier aus einem ein- und ausbruchssicheren Gefängnis im hohen Norden zu ent- und überführen. Kaz weiß, dass er diese Mission niemals alleine bewältigen könnte und trommelt eine Bande aus 5 weiteren Abtrünnigen zusammen. Gemeinsam machen sie sich auf die riskante Reise zum „Eistribunal“ ohne zu wissen, ob sie jemals lebend nach Ketterdam zurückkehren werden.

Figuren:

Die 6 Hauptcharaktere sind grundverschieden – eine ungewöhnliche Truppe, die zusammengefunden hat. Sie alle haben eine Tiefgründigkeit an sich, sind authentisch und haben eine Vergangenheit, die man mit der Zeit besser kennenlernt. Ihre Motive für die Mission könnten unterschiedlicher kaum sein, genau wie die Protagonist*innen selbst.

Ihr Anführer, Kaz, ist gerissen und klug. Er hat immer ein Ass im Ärmel und beherrscht diverse Zaubertricks, die für ihn als Dieb sehr von Nutzen sind. Nach außen hin gibt er sich gefühlskalt, taff und skrupellos. Und er vertraut niemandem – bis auf Inej.
Inej ist das Phantom der Stadt und damit extrem wertvoll für die Krähen. Sie kann sich geräuschlos bewegen, hervorragend klettern und somit überall unbemerkt Informationen beschaffen.

Jesper ist ein talentierter Scharfschütze mit lockerem Mundwerk. Wann immer er die Gelegenheit oder das Geld dazu hat, begibt er sich auf direktem Wege zur nächsten Spielhalle. Unterwegs neckt er sich ständig mit Wylan, einem Kaufmannssohn aus reichem Hause, der sein altes Leben und vor allem seinen Vater hinter sich gelassen hat. Nun muss er sich in einem völlig neuen Milieu zurechtfinden.

Der zu Unrecht zu einer Gefängnisstrafe im Höllenschlund verurteilte Matthias ist von seiner Rachsucht getrieben. Entgegen seiner Ausbildung, bei der er für die Jagd von Grisha trainiert wurde, hegt er eine heimliche Zuneigung für Nina. Nina ist eine Entherzer-Grisha und ebenfalls mit an Bord auf der Mission.

Die Spannungen zwischen den Charakteren sind super interessant mitzuverfolgen. Mindestens genauso faszinierend sind das Setting und Bardugos Art zu schreiben.


Rezension:

Dieser erster Teil der Krähen-Dilogie ist ein Buch von der Sorte, die man kaum aus der Hand legen kann. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend – voller Überraschungen, Wendungen und Plots. Und sie wird aus der Sicht der sechs Protagonisten erzählt. Das macht sie noch interessanter zu lesen, weil man die verschiedenen Sichtweisen kennenlernt und Einblick in die komplexen „Gefühlslagen“ bekommt. Auch die Rückblenden mit den Vorgeschichten der einzelnen Charaktere fand ich meisterhaft umgesetzt, denn sie fügen sich zu einem großen Mosaik zusammen und sorgen immer wieder für ein Aha-Erlebnis.

Die düstere Stimmung von Ketterdam mit seinen heruntergekommenen Gassen und zwielichtigen Häusern im Kontrast zu der Atmosphäre im Eistribunal machen das Facettenreichtum des Buchs aus.

Einen Stern Abzug bekommt das Buch von mir, weil ich den Einstieg als etwas holprig empfunden habe und mich das Buch nicht von Anfang an wirklich gepackt hat. Nachdem jedoch alle Charaktere zusammengefunden haben und der gemeinsame, unausführbar wirkende Auftrag bekannt wird, nimmt die Handlung rasant an Spannung zu.

Fazit:

„Das Lied der Krähen“ ist ein spannendes Fantasy-Buch voller Magie, Verrat und ausgefuchster Pläne – Ein Must-read für Fantasy-Liebhaber. Ich bin jedenfalls voller Vorfreude und sehr gespannt auf den zweiten Teil: „Das Gold der Krähen“.

Zitat:

„Ein Geheimnis ist nicht wie eine Münze. Es behält seinen Wert nicht, wenn man es ausgibt.“

4 von 5 Sterne

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Das Lied der Krähen
Reihe: Glory or Grave – Band 1
Originaltitel: Six of Crows
Autor: Leigh Bardugo
Verlag: Knaur
ISBN: 9783426654439
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 581

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6 Comments

  • Ascari

    Hi!

    Ich hab die Dilogie jetzt nach dem Schauen der Serie angefangen, vorher hab ich nur die Grisha-Trilogie noch beenden können … Das mit dem Einstieg verstehe ich, denn mir ist es auch so gegangen, es dauert leider etwas, bis die Geschichte in Fahrt kommt. Aber danach hat’s echt Spaß gemacht. Bin gespannt, wie ich „Das Gold“ bewerten werde, da stecke ich gerade noch mittendrin beim Hören 😀 …

    Liebe Grüße
    Ascari

    • Tina

      Hallo, liebe Ascari!
      Ich gehe da auch mit euch beiden d’accord. Mich hats nicht so gestört, aber der Anfang war tatsächlich noch ein bisschen zäh, v.a. ohne das Vorwissen des Grisha-Universums. Aber später läufts. 😀 Ah, du bist schon mitten im zweiten Teil! Dann warte ich mal gespannt deine Bewertung dazu ab. 🙂
      Viele liebe Grüße!

    • Anne

      Hi Ascari!

      Von der Serie schwärmen so viele. Findest du sie bisher auch empfehlenswert?
      Ich habe mir „Das Gold der Krähen“ schon bestellt und möchte es auf jeden Fall noch lesen, bevor ich anfange die Serie zu gucken. 🙂
      Tatsächlich hat mich „Das Lied der Krähen“ so neugierig auf das Grishaverse gemacht, dass ich mir auch noch Teil 1 der Trilogie von Leigh Bardugo dazubestellt habe 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

      • Ascari

        Drücken wir es mal so aus: Ich hab mir eigentlich nicht viel erwartet nach den vielen eher durchschnittlichen Fantasy-Serien der letzten Zeit auf Netflix. Umso erstaunter war ich dann selbst, dass es mir wirklich Spaß gemacht hat, die Serie zu gucken … 😀

        Klar, wenn du das erste Buch der Grisha-Trilogie vor der Serie gelesen hast, erwarten dich nicht so viele Überraschungen – aber ich hab mich öfter bei dem Gedanken ertappt, dass die Serie gerade den Alina-Plot deutlich anhebt. Das Buch ist im Vergleich ein typisches YA-Fantasy-Buch mit allem, was dazu gehört. Die Serie dagegen macht Alina in meinen Augen reifer und erwachsener.

        Und mir hat auch die Performance von Ben Barnes als Darkling sehr gut gefallen. Ich mag’s halt, wenn die Antagonisten nicht komplett schwarzweiß geschildert werden, sondern auch Seiten bekommen, die man mögen kann – das macht sie in meinen Augen erst zu wirklich interessanten Figuren 🙂 .

        Liebe Grüße
        Ascari

        • Tina

          Ich gebe ja zu, ich habe dem Hype bisher widerstanden und noch nicht in die Serie reingeschaut. Eigentlich hatte ich auch vor, erst die Bücher zu lesen (witzigerweise wars bei GoT genau umgekehrt). Aber jetzt, wenn ich Ascaris Meinung zur Serie so lese, juckts mich dann doch in den Fingern, mal einen Blick zu riskieren. „Das Gold der Krähen“ hab ich mir übrigens auch schon bestellt. 😀

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