Cover Hans van Ess: Die 101 wichtigsten Fragen - China. Foto: C.H. Beck
Sachbuch

Hans van Ess: Die 101 wichtigsten Fragen – China

Ich war noch nie in Asien, obwohl ich schon seit vielen Jahren von diesem Kontinent fasziniert bin. Vor allem China und Japan haben es mir angetan (und die politische Seite klammern wir jetzt einfach mal aus). Hans van Ess ist Professor für Sinologie und Experte im Bereich der chinesischen Geistesgeschichte. Sein Buch „Die 101 wichtigsten Fragen – China“ widmet sich zahlreichen Themen, die den Lesern dieses riesige Land näherbringen wollen.

Von der Geschichte bis zur Lebensweise

Es sind tatsächlich genau 101 durchnummerierte Fragen, die gestellt und beantwortet werden – das ist Programm der Reihe. Die Fragen sind in verschiedene Themengebiete sortiert. Den Anfang macht die Geschichte des Landes. Fragen wie „Waren die Chinesen von vor zweitausend Jahren dasselbe Volk wie heute?“ oder „Wo fand die erste Revolution des 20. Jahrhunderts statt?“ stehen hier im Mittelpunkt.

Der Politik, zum Beispiel Chinas Verhältnis zu anderen Ländern und Kontinenten, wird ebenso ein Kapitel gewidmet wie der Wirtschaft des Landes. Wer fasziniert ist von den chinesischen Schriftzeichen, die für den gemeinen Europäer wie Hieroglyphen wirken, wird sich über das Kapitel über Sprache und Schrift freuen. Konfuzius, Daoismus und Buddhismus sind wichtige Themen im Kapitel über Religion und Philosophie.

Im Abschnitt zur Kultur geht Hans van Ess den Themen Kunst und Literatur sowie Fragen wie „Woher kommt das System der Tierkreiszeichen?“ oder „Sind die Chinesen musikalisch?“ (minimal verallgemeinernd) nach. Auch gesellschaftliche Aspekte werden angesprochen, beispielsweise die Stellung der Frau in der heutigen Zeit oder Aberglaube und Esoterik im Alltag. Der chinesischen Lebensweise, vom Essen mit Stäbchen über Kleidung bis hin zu Medizin, wird das letzte Kapitel gewidmet.

Anspruchsvoll und wissenswert

China wirkt auf den Europäer oftmals sehr fremd und exotisch. Welcher Religion gehört der Großteil der Chinesen an, woher stammen die komplizierten Schriftzeichen und welche Regierungsform hat China eigentlich? Das sind Fragen, die sich oftmals nur in ausufernden Texten beantworten lassen. Hans van Ess schafft es, relativ viele Informationen in relativ kurzen Texten zu geben.

Ich gebe es aber zu: Durch die ersten drei Kapitel, nämlich Geschichte, Politik und Wirtschaft, musste ich mich ein bisschen quälen. Die Ausführungen sind mir hier und da zu trocken und wissenschaftlich geraten, ganz abgesehen davon, dass manche Themen auch sehr zeit- und kontextabhängig sind. Zudem schadet es nicht, ein gewisses Vorwissen mitzubringen.

Aber sobald es mit Lebensgewohnheiten und gesellschaftlichen Themen losging, war ich voll drin. Auch wenn die Darstellung manchmal ein bisschen trocken gerät, werden dem China-Interessierten viele nützliche Informationen an die Hand gegeben, die Land und Leute relativ differenziert darstellen.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die „Extras“: Es gibt mehrere Abbildungen, die die Texte unterstützen, eine Karte, eine Zeittafel sowie weiterführende Literaturhinweise. Großartig: die Transkriptionshilfe zur Aussprache des Chinesischen sowie eine Tabelle zur Erklärung des Kalenders. Das ist ein toller Service, der nicht selbstverständlich ist.

China besser kennenlernen

Anspruchsvoll und manchmal trocken, aber auch ansprechend und informativ: „Die 101 wichtigsten Fragen – China“ stellt viele interessante Aspekte über Land und Leute zusammen, die einem das fremdartig erscheinende Land China näherbringen und Lust darauf machen, noch mehr über China zu erfahren.

7/10 Asienreisen

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Die 101 wichtigsten Fragen – China
Reihe: Die 101 wichtigsten Fragen – Beck’sche Reihe
Autor: Hans van Ess
Verlag: C.H. Beck
ISBN: 9783406568084
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 160

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