Cover Jan Weiler: Mein Leben als Mensch. Foto: Kindler
Humor

Jan Weiler: Mein Leben als Mensch

Mit „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ wurde Jan Weiler bekannt. Der Roman, der sein bisweilen ziemlich chaotisches und aufregendes Leben als deutscher Ehemann und Schwiegersohn in einer italienischen Familie beschreibt, wurde mit Christian Ulmen in der Hauptrolle verfilmt und war ein großer Erfolg. In „Mein Leben als Mensch“ sind 61 Kolumnen, die auf Weilers Homepage und in der „Welt am Sonntag“ erscheinen, versammelt. Künstlerin Larissa Bertonasco steuert einige hübsche und passende Illustrationen dazu bei. Thema ist – natürlich – die Familie.

61 Kolumnen über den chaotischen Alltag

Wichtige Rollen spielen in Jan Weilers Leben natürlich seine temperamentvolle Ehefrau, seine niedlichen, aber anstrengenden Kinder und sein Schwiegervater, der ein leidenschaftlicher Vollblutitaliener ist. So bestreiten sie alle zusammen ihren Alltag – mal besser, mal chaotischer.

Die einzelnen Texte umfassen drei bis sechs Seiten, sind also rasch gelesen. Weiler berichtet von all den kleinen Auseinandersetzungen des Alltags, die wohl fast jeder von zu Hause kennt. Ob leidenschaftliche Wortduelle mit dem italienischen Schwiegervater, ermüdende Diskussionen mit dem Töchterchen oder der Sohn, der einen Killerroboter zeichnet, der den Vater umbringt …

Auch die vielen anderen kleineren und größeren Erlebnisse im täglichen Leben, etwa ein Ausflug in den Baumarkt, die Suche nach einem Kindermädchen oder der Kampf mit der Espressomaschine mit ihren tausend Funktionen – es sind die kleinen Momente, die eingefangen werden und die einem bekannt vorkommen.

Anekdoten wie beim Familientreffen

Die Länge – oder vielmehr Kürze – der einzelnen Kolumnen, die auflockernden Illustrationen zwischendurch und der Umfang von 222 Seiten sorgen dafür, dass „Mein Leben als Mensch“ rasch zu Ende gelesen ist. Vor allem sind die Texte nicht künstlich aufgebläht, sondern kommen auf den Punkt.

Ein weiterer Pluspunkt: der trockene Humor. Weiler vermeidet es weitgehend, die komischen Alltagsbegebenheiten mit ein paar zusätzlichen Witzen zu garnieren – die Erlebnisse sind humorvoll genug, sind unterhaltsam und kurzweilig geschrieben.

Das liest sich sehr angenehm und erinnert mehr an die klassischen Familientreffen. Jeder hat doch diese einen Onkel oder diese eine Cousine, der oder die nach dem dritten Schnäpschen lustige Anekdoten zu erzählen beginnen. Dadurch bekommen die Texte eine herrliche Unbeschwertheit, die sehr persönlich wirkt.

Dabei vergisst Weiler nie, seine Familie sehr liebevoll und warmherzig zu beschreiben. Das macht Spaß und vor allem ist es sehr sympathisch.

Warmherzig und humorvoll

Sympathisch, warmherzig und humorvoll präsentiert Jan Weiler in „Mein Leben als Mensch“ seinen Alltag zwischen deutscher und italienischer Familie. Das erinnert wunderbar an die typischen Anekdoten bei einem Familientreffen. Wer schon „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ oder andere Werke des Autors mochte, kann hier bedenkenlos zugreifen.

8/10 deutsch-italienische Familien

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Mein Leben als Mensch
Autor: Jan Weiler
Verlag: Kindler
ISBN: 9783463405711
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 222

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