Cover Joy Fielding: Lauf, Jane, lauf! Foto: Goldmann
Thriller

Joy Fielding: Lauf, Jane, lauf!

Vor vielen Jahren war „Lauf, Jane, lauf!“ von Joy Fielding eine meiner ersten Erfahrungen im Thriller-Genre. Man darf nicht vergessen, dass der Roman auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Letztes Jahr wollte ich diese Perle dann noch mal lesen – auch um zu schauen, ob mich das Buch immer noch so begeistern kann wie damals.

Wer bin ich?

Stell dir vor, du stehst eines schönen Tages mit blutbefleckten Kleidern und den Taschen voller Geld mitten auf der Straße – und kannst dich nicht an das Geringste erinnern. Du weißt nichts mehr. Nicht mehr, wo und mit wem du wohnst, ob du eine Familie hast, als was oder ob du überhaupt arbeitest, was deine Lieblingsfarbe ist. Und erst recht nicht, woher dieses Geld und das Blut kommen

In diesen Albtraum gerät Jane. Polizei und Ärzte helfen ihr, ihren Ehemann zu finden, so dass sie nach Hause gehen kann. Sie muss Medikamente gegen ihre Amnesie nehmen. Doch Jane kann die Puzzleteile einfach nicht zusammensetzen. Ist dieser gutaussehende Mann wirklich ihr Ehemann? Warum fühlt sie sich durch die Medikamente immer so schrecklich müde und schwach?

Zunehmend fühlt sie sich in diesem Haus, das angeblich ihr Zuhause ist, wie eine Gefangene. Und sie setzt alles daran, ihre Erinnerung wiederzugewinnen …

Jane geht auf Spurensuche

Oft ist es ja so, dass man ein Buch von früher noch mal liest und es einfach nicht mehr so gut findet wie damals. Zum einen, weil man mittlerweile doch wesentlich mehr Leseerfahrung hat, zum anderen, weil sich der Geschmack vielleicht geändert hat.

Bei „Lauf, Jane, lauf!“ ist mir das nicht passiert. Und obwohl ich noch ganz dunkel wusste, was Sache ist, hatte ich einen riesigen Spaß beim erneuten Lesen. Das fing schon mit dieser großartigen Ausgangssituation an, in der Jane sich plötzlich wiederfindet. Blut an den Klamotten, jede Menge Geld in den Taschen – und sie hat keine Ahnung, wer sie ist.

Und so geht man mit ihr mit auf Spurensuche. Das liest sich spannend, flüssig und unheimlich unterhaltsam. Etwa wenn Jane zum ersten Mal ihren Ehemann trifft. Oder wenn sie gemeinsam mit Freunden essen, an die sie sich nicht erinnert. Und zunehmend baut sich diese Erkenntnis auf, dass irgendetwas hier falsch läuft. Oder ist Jane einfach nur verrückt?

Joy Fielding hat einen einnehmenden Schreibstil und streut ab der Mitte des Buches immer mehr kleine Wendungen und Überraschungen mit ein. Und auch das Finale kann überzeugen, ist weder zu unglaubwürdig noch zu aufgesetzt. So sollen Thriller sein.

Ein toller Thriller

Auch beim zweiten Lesen kann mich „Lauf, Jane, lauf!“ von Joy Fielding absolut überzeugen. Die Story ist spannend, liest sich toll und hat auch noch ein gelungenes Finale. Das hat richtig Spaß gemacht.

8/10 Erinnerungen

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Lauf, Jane, lauf!
Originaltitel: See Jane Run
Autor: Joy Fielding
Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442413331
Erscheinungsjahr: 1992
Seitenzahl: 448

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