Cover JuttaStina Strauss: Koks und Kosakenkaffee. Foto: Conte
Krimi

JuttaStina Strauss: Koks und Kosakenkaffee

Was für ein herrlicher Name: Jutta Maria Stina Solveig Tjorven Karlernäs ist gebürtige Schwedin, hat das Saarland aber zu ihrer Wahlheimat auserkoren. Im Oktober 2007 erschien ihr Romandebüt, der hochprozentige Krimi „Koks und Kosakenkaffee“, im saarländischen Conte Verlag. Ihren Namen kürzte die Autorin allerdings der Einfachheit halber auf JuttaStina Strauss.

Eine Tote in der Saar

Sein neuster Fall gibt Kriminalhauptkommissar Philipp Guzzo vom Landeskriminalamt in Saarbrücken Rätsel auf. Der tote Körper einer Frau wurde in der Nähe eines Ruderclubs in der Saar gefunden. Aber weder gibt es irgendwelche Spuren noch kann die Frau identifiziert werden.

Wer war sie? Wer hat sie umgebracht und aus welchem Grund? Der einzige Anhaltspunkt ist die Saarbrücker Drogenszene, in der die Frau offenbar unterwegs war. Und dort muss Guzzo nun ansetzen.

Zur selben Zeit haben die beiden Freundinnen Cäcilia und Josefine in Völklingen unerwarteten Spaß beim Backen: Das „Backaroma“, das Josefine in den Sachen ihres Enkels gefunden und sich ausgeliehen hat, verschafft den älteren Damen den Trip ihres Lebens. Der Enkel ist allerdings alles andere als begeistert darüber, dass die beiden ihn beklaut haben, und lauert ihnen auf …

Regionalkrimi mit Lokalkolorit

„Koks und Kosakenkaffee“ ist ein klassischer Regionalkrimi und spielt in Saarbrücken und Umgebung. Was ihn von anderen unterscheidet, ist die Außenansicht: Hier schreibt eine waschechte – und wahnsinnig sympathische – Schwedin über das kleinste Bundesland und verbindet saarländische Eigenheiten mit schwedisch trockenem Humor.

Das funktioniert ziemlich gut. Zugegeben, die Story ist ein etwas holpriger Krimi ohne besondere Höhen und Tiefen. Philipp Guzzo als Kommissar ist in Ordnung und hier und da bringt die Autorin einen sehr angenehmen, manchmal sogar bissigen Humor mit rein. Aber im Grunde ist der Fall vernachlässigbar. Für einen RegionalKRIMI natürlich nicht ideal.

Das Highlight bei Strauss’ Erstling ist tatsächlich das Saarland. Wie sie die oftmals kauzigen Einwohner darstellt, viele der Dialoge in Mundart verfasst und dabei authentisch bleibt, ist schon spaßig.

In vielen Regionalkrimis besteht nämlich einfach das Problem, dass die Story überall spielen könnte und man nur die jeweiligen Personen-, Orts- und Straßennamen ändern müsste. Bei „Koks und Kosakenkaffee“ ist das anders. Auch wenn das Saarland und seine Einwohner nicht immer vorteilhaft und oft auch ironisch übertrieben dargestellt werden, erkennt man doch die Lebensart – das „Saarvoir Vivre“ im südwestlichen Zipfel Deutschlands wieder.

Saarländer kommen auf ihre Kosten

Saarländer könnten an „Koks und Kosakenkaffee“ ihren Spaß haben. Schrullige, manchmal arg überzeichnete Charaktere, ein Schuss bissiger Humor und insbesondere regionales Flair verbinden sich zu einem netten Regionalkrimi. Wäre der Fall doch nur besser geraten, hier hätte was richtig Gutes entstehen können. Der zweite Band der Reihe heißt „Mis en Vosges“ und ist auch schon der letzte der Autorin.

5/10 Saarlandkrimis

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Koks und Kosakenkaffee
Reihe: Philipp Guzzo – Band 1
Autor: JuttaStina Strauss
Verlag: Conte Verlag
ISBN: 9783936950540
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenzahl: 286

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