Cover Les Martin: Akte X - Gezeichnet. Foto: Egmont vgs
Mystery

Les Martin: Akte X – Gezeichnet

Als damals Akte X erstmals im deutschen Fernsehen lief, war ich sofort hin und weg. Die kühle, logische Dana Scully und der leidenschaftliche Fox Mulder, der an das Übersinnliche glaubt, waren ein unschlagbares Team, das mir die Liebe zum Mystery-Genre geebnet hat. Einige der Folgen wurden auch als Romane umgesetzt. „Gezeichnet“ von Les Martin ist der erste davon.

Ein ungleiches, aber perfektes Gespann

Special Agent Dana Scully vom FBI soll einem neuen Partner zugewiesen werden. Sein Name: Fox Mulder. Dass ausgerechnet diese beiden Ermittler in Zukunft miteinander arbeiten sollen, hat seine Gründe. Mulder gilt als Sonderling, der an übersinnliche Phänomene und kleine grüne Männchen glaubt.

Scully hingegen ist eine nüchterne, logisch denkende Skeptikerin, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen steht. Sie soll einerseits Mulder im Auge behalten und andererseits die mysteriösen Fälle, die die beiden zugeteilt bekommen, von einem rationalen Standpunkt aus betrachten.

Der erste gemeinsame Fall führt die beiden FBI-Agenten zu einer Highschool nach Oregon. Vier Mitglieder desselben Abschlussjahrgangs sind auf mysteriöse Weise zu Tode gekommen. Während der Ermittlungen häufen sich die seltsamen Vorkommnisse, und selbst die rationale Scully beginnt zu zweifeln, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht …

Erster Fall für das TV-Traumpaar

Sind wir mal ehrlich: Objektiv gesehen ist „Gezeichnet“ kein großer Wurf. Scully und Mulder sind zwei Charaktere, die die Fernsehlandschaft geprägt haben und aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken sind. Das kommt in diesem Roman nicht genauso rüber wie in der Serie. Die Macken der beiden werden durchaus dargestellt, aber Scully und Mulder bleiben doch etwas blass.

Dasselbe gilt für die Story selbst. Zugegeben, auf etwas mehr als 120 Seiten lässt sich auch nicht so viel Tiefe erzeugen. Trotzdem hätte es gern etwas mehr sein dürfen. Vieles bleibt nur an der Oberfläche und erinnert fast ein bisschen an einen Groschenroman. Zugegeben, einen Groschenroman mit einem verdammt coolen Grundthema.

Einen Bonuspunkt gibt es definitiv für den Nostalgie-Faktor, denn Akte X hat mich wirklich durch meine ganze Jugend begleitet. Der Fall selbst gehört sicher nicht zu den besten der Reihe, reicht aber aus, um die Protagonisten näher vorzustellen und das ungleiche Paar zusammenfinden zu lassen.

Viel Nostalgie

Mit „Gezeichnet“ hatte ich Nostalgiegefühle pur. Kennt von euch jemand überhaupt die Bücher zur Serie? Es ist keine Bildungslücke, aber wer die Serie mochte, kann durchaus einen Blick riskieren. „Gezeichnet“ ist schnell durchgelesen und zeigt die Anfänge von Scully und Mulder, ist aber auch – das muss man ehrlich sagen – schnell wieder vergessen.

6/10 X-Akten

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Gezeichnet
Reihe: Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI – Band 1
Originaltitel: The X-Files – X marks the spot
Autor: Les Martin
Verlag: Egmont vgs Verlagsgesellschaft
ISBN: 9783802523656
Erscheinungsjahr: 1998
Seitenzahl: 123

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