Cover Libba Bray: Kartiks Schicksal. Foto: dtv
Fantasy

Libba Bray: Kartiks Schicksal

Das ist mal ein Brocken! Der dritte Band der Trilogie „Der geheime Zirkel“ bringt es auf über 800 Seiten und ist damit zumindest vom Umfang her ein würdiger Abschluss. In „Kartiks Schicksal“ der amerikanischen Autorin Libba Bray wird die Geschichte rund um Gemma und ihre Freundinnen zu Ende erzählt und setzt direkt an „Circes Rückkehr“ an. Ich versuche, die Handlung der beiden Vorgänger nach Möglichkeit nicht zu spoilern.

Rückkehr ins Magische Reich

Nach allem, was Gemma, Felicity und Ann bislang erlebt haben, erscheint ihnen die Realität plötzlich sehr langweilig. London, das Magische Reich und natürlich das Mädcheninternat Spence waren Schauplatz so mancher Abenteuer und Gefahren. Und jetzt sind die Mädchen wieder im grauen Alltag, jede mit ihren ganz eigenen Problemen und Sorgen.

Da ist Felicity, die sich in der vornehmen Londoner Gesellschaft nicht mehr so rebellisch wie sonst benehmen darf, um ihr Erbe nicht zu gefährden. Ann fürchtet, ihr restliches Leben als Gouvernante von zwei verzogenen Gören verbringen zu müssen. Und Gemma bereitet sich auf den Debütantinnenball vor, bei dem sie die Queen persönlich kennenlernen wird.

Als im Mädcheninternat der alte Turm restauriert wird, entdecken die Freundinnen dort einen weiteren Zugang zum Magischen Reich. Und schon kehren die Mädchen an diesen aufregenden, zauberhaften Ort zurück. Vieles hat sich seit ihrem letzten Besuch geändert, sie treffen auf alte Freunde – und auch auf alte Feinde. Und Gemma weiß so langsam nicht mehr, wer gut und wer böse, was falsch und was richtig ist.

Alte Stärken werden aufgegriffen

Es ist alles vorbereitet: Der Leser hat die vielschichtigen und liebenswerten Charaktere kennengelernt, allen voran die Ich-Erzählerin Gemma. Die Welt der Freundinnen ist vorgestellt worden, sowohl das aufregende London als auch das strenge Mädcheninternat Spence und das bezaubernde Magische Reich. Es gab bereits einiges an Abenteuern zu bestehen und Rückschläge hinzunehmen.

Das große Finale der Trilogie greift viele Stärken auf, die man auch schon in den Vorgängerbänden genießen durfte, allem voran diese wunderbare Mischung aus lebendigem Schreibstil, trockenem Humor und fantasievollen Ideen. Hinzu kommt die meistens gut funktionierende Gratwanderung zwischen Kitsch und Authentizität.

An den zweiten Band reicht „Kartiks Schicksal“ nicht ganz heran. Das liegt unter anderem daran, dass der Roman um einige hundert Seiten länger geraten ist als die anderen Teile. Einerseits freut man sich bei einer guten Reihe über so etwas; andererseits geraten manche Ereignisse dadurch langatmiger, als sie sein müssten. Dieser Band verliert völlig unnötig an Tempo. Schade!

Nichtsdestotrotz liest sich „Kartiks Spiel“ gut weg, bleibt im Großen und Ganzen spannend und unterhaltsam.

Ein würdiges Trilogie-Finale

„Kartiks Schicksal“, der letzte Teil der „Der geheime Zirkel“-Trilogie, ist ein würdiger Abschluss, der nicht ganz mit dem zweiten Band mithalten kann, aber ungefähr auf gleicher Höhe mit dem ersten Band „Gemmas Visionen“ ist. Der Mix aus Fantasy, Mädchenroman, historischem Zeitbild und süffigem Schreibstil kann erneut überzeugen. Insgesamt hatte ich ziemlich viel Spaß mit der Trilogie, die es übrigens auch in einem Sammelband zu kaufen gibt.

7/10 Schicksale

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Kartiks Schicksal
Reihe: Der geheime Zirkel – Band 3
Originaltitel: The Sweet Far Thing
Autor: Libba Bray
Verlag: dtv
ISBN: 9783423716857
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 864

Das Cover bezieht sich auf die aktuellere Ausgabe von 2016 (und gefällt mir noch besser als das vorige Cover).

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.