Cover Matthew Reilly: Hell Island. Foto: Ullstein
Thriller

Matthew Reilly: Hell Island

Ich bin nicht unbedingt das große Action-Fangirl. Nicht falsch verstehen, ich mag eine schöne Portion Action. Es darf nur nicht zu viel und nicht der einzige Daseinszweck sein. „Hell Island“ von Matthew Reilly geht genau in diese Richtung: Hier gibt es Action, Action und noch mal Action.

Die Hölle auf Hell Island

Hell Island ist eine kleine, nahezu unbekannte Insel mitten im Pazifik. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs diente sie den Japanern als Stützpunkt und wurde später von den Amerikanern erobert. Mittlerweile hat sich die DARPA auf Hell Island niedergelassen, eine Behörde des Verteidigungsministeriums der USA. Wissenschaftler sind dort stationiert und betreiben streng geheime Forschungen und Experimente.

Dann werden vier Trupps von Elitesoldaten zur Insel geschickt. Offenbar lief eins der Experimente auf Hell Island nicht wie erwartet. Unter der Leitung von Captain Shane M. Schofield, der „Scarecrow“ genannt wird, treffen die Marines ein. Schon bei der Ankunft wird ihnen klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Und noch während Schofield und seine Leute herauszufinden versuchen, was hier eigentlich los ist, werden die übrigen Elitetrupps schon von feindlichen Einheiten getötet. Die Marines müssen sich bald schon einem mehr als gefährlichen Gegner stellen.

Trash, der kein Trash sein will

Ich wusste bis vor Kurzem gar nicht, dass „Hell Island“ der vierte Band der „Scarecrow“-Reihe ist. Zumindest hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass ich irgendwas verpasst habe. Man kann die Bücher also offenbar durchaus unabhängig voneinander lesen.

Es geht ziemlich schnell los (was durchaus sinnvoll ist bei gerade mal 112 Seiten). Und es macht Spaß zu lesen: Man bekommt übertriebene Action und markige Helden geboten … aber auch eine völlig sinnfreie Handlung, die lediglich als Basis für die Action dient und quasi keinen Tiefgang hat.

Matthew Reilly ist bekannt für diese Art von Action – was ich vor der Lektüre nicht wusste – und von daher werden Leser, die andere Bücher von ihm kennen, nichts anderes erwarten. Damit könnte ich ja noch irgendwie leben, aber die Charaktere sind völlig eindimensional und flach, und viele davon dienen lediglich dazu, den Body Count in die Höhe zu treiben.

Ein guter Schuss schwarzer Humor hätte dieser einseitigen, furchtbar unrealistischen Angelegenheit definitiv gutgetan. Dann hätte sich der Thriller selbst einen Trash-Stempel aufdrücken können und wäre um einiges unterhaltsamer geworden. Oder zumindest weniger plump und platt. So aber nimmt sich „Hell Island“ viel zu ernst. Und von der Auflösung beim Finale, die wie aus dem Nichts kommt, wollen wir gar nicht erst reden.

Kurzweilig, aber schnell vergessen

„Hell Island“ von Matthew Reilly ist wie ein überdrehter Actionfilm. Ständig passiert was und die Story ist kurzweilig und geht flott voran. Aber wie ein Standard-Actionfilm ist das Ganze schnell vergessen, denn bei allem Tempo bleiben Charaktere, Logik, Tiefe und Komplexität vollkommen auf der Strecke. Leidlich unterhaltsam und sehr schnell wieder vergessen, und das ist mir zu wenig für eine höhere Bewertung.

4/10 Hölleninseln

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Hell Island
Reihe: Scarecrow – Band 4
Originaltitel: Hell Island
Autor: Matthew Reilly
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548269504
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 112

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.