Cover Neil Gaiman: Sandman 1 - Präludien und Notturni. Foto: Panini
Comic,  Fantasy

Neil Gaiman: Sandman – Präludien & Notturni

Ich bin schon seit Jahren großer Fan von Neil Gaiman. Ob „Niemalsland“, „American Gods“, „Der Sternwanderer“ oder „Coraline“, seine fantasievollen und bizarren Ideen, die voller Liebe zum Detail stecken, begeistern mich immer wieder aufs Neue. Eines seiner Meisterwerke ist die Comicserie „Sandman“, die im Jahr 1988 ihren Anfang nahm und langsam, aber sicher die Welt eroberte. In Deutschland wurde „Sandman“ in zehn in sich abgeschlossenen Bänden bei Panini veröffentlicht. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden. „Sandman – Präludien & Notturni“ ist der Auftakt der Reihe.

Morpheus in der Unterwelt …

Dream ist nicht besonders gut gelaunt. Und dazu hat er auch allen Grund: Als ein Magier den Tod beschwören möchte, erwischt er aus Versehen Dream, seines Zeichens der Herr der Träume, auch Morpheus oder Sandmann genannt. Und Dream muss die nächsten Jahrzehnte eingesperrt in einer Kristallkugel verbringen.

Als er sich endlich befreien kann, steht er vor den Scherben seiner Macht. Sein Reich ist auseinandergebrochen, seine Abwesenheit hat Chaos angerichtet und seine Insignien der Herrschaft sind verschwunden. Dream macht sich also auf die Suche nach den Insignien, denn er hat zwei große Ziele: sein Reich zu alter Größe zu bringen … und denjenigen zu finden, der die Schuld an seiner langen Gefangenschaft trägt.

Neues und Altbekanntes

Neil Gaiman weiß einfach, wie es geht. Und man merkt ihm auf jeder Seite an, wie viel Vergnügen es ihm bereitet, seine Leserinnen und Leser in seine Welten zu entführen. Die Story selbst ist jetzt vielleicht nicht der Inbegriff von Innovation – ein zu Unrecht eingesperrter Herrscher kehrt zurück, sinnt auf Rache und muss dazu auf eine Odyssee gehen –, ist aber unterhaltsam und spannend.

Es gibt so vieles im ersten „Sandman“-Band zu entdecken, von mythologischen Figuren über zahlreiche mystische Wesen bis hin zu bekannten Charakteren aus dem Universum von DC. Dream und seine Geschwister, die Ewigen, gehören natürlich mit dazu. Zusammen mit Gaimans eigenen Ideen und Kreationen ergibt sich ein rundum stimmiges Bild.

Apropos Bild: Die Bilder passen sich der Story perfekt an. Sie sind wunderbar düster und trotzdem kraftvoll, vielleicht zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, aber später umso mitreißender. Gaiman hat für seine „Sandman“-Reihe mit vielen verschiedenen Illustratoren und Zeichnern zusammengearbeitet. Und es ist beeindruckend, dass daraus kein bunter Flickenteppich, sondern ein harmonisches Ganzes entstanden ist.

Lesegenuss für Fans der düsteren Fantasy

Wer Comics mag, wird „Sandman – Präludien & Notturni“ lieben. Fantasievolle Ideen, die manchmal ins Bizarre driften, eine nicht total neuartige, aber gute Story, tolle Zeichnungen, eine gewisse Komplexität und ein vielschichtiger, interessanter Protagonist machen aus dem Auftakt der Reihe einen wunderbaren Lesegenuss. Weiter geht es mit Band zwei, der „Das Puppenhaus“ heißt.

8/10 Träume

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Sandman – Präludien & Notturni
Reihe: Sandman – Band 1
Originaltitel: Sandman – Preludes and Nocturnes
Autor: Neil Gaiman
Zeichnungen: Sam Kieth, Mike Dringenberg, Dave McKean und andere
Verlag: Panini
ISBN: 9783866073555
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenzahl: 240

2 Comments

  • Buchperlenblog

    Hallo Tina!
    Da haben wir direkt etwas gemeinsam: Ich verehre Neil Gaiman für seine Fantasy und seine wunderbaren Geschichten! Der Sandman bildet da keine Ausnahme, ich liebe Dream und Death, Desperation, und die anderen Endless so so sehr ❤️ Und sie waren vor vielen Jahren mein Einstieg in die Comicwelt, schon allein deshalb bin ich dieser Reihe echt dankbar =)

    Alles Liebe!
    Gabriela

    • Tina

      Hallo, liebe Gabriela!
      Wie schön, dass du vorbeigeschaut hast. 🙂 Gailmans Arbeiten sind einfach wunderbar. Ich bin tatsächlich nicht über die Comics, sondern über den Roman „Niemalsland“ auf ihn gestoßen. Und danach gab es kein Halten mehr! 😀 Irgendwo liegt noch sein Roman „Der Ozean am Ende der Straße“ bei mir herum, den will ich demnächst lesen.
      Viele liebe Grüße und bis bald!

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