Cover Oliver Kalkofe: Kalkofes letzte Worte - Geschafft! Wir sind blöd! Foto: Lappan
Humor

Oliver Kalkofe: Kalkofes letzte Worte – Geschafft! Wir sind blöd!

Was haben wir uns früher mit ein paar Freunden die Nächte um die Ohren geschlagen und „Kalkofes Mattscheibe“ gesuchtet. Nach ein paar Bierchen waren selbst die schlechtesten Folgen irgendwie lustig und wir hatten eine ganze Reihe an Running Gags. Danke, Oliver Kalkofe! „Kalkofes letzte Worte – Geschafft! Wir sind blöd!“ erschien 2008 bei Ullstein und versammelt seine besten Beiträge aus der TV-Spielfilm-Kolumne.

Schlechtes Fernsehen in all seinen Facetten

Wer Oliver Kalkofe kennt, der weiß, dass er sich gerne über das Fernsehen lustig macht. Ob „Kalkofes Mattscheibe“ oder sein großartiges Trashformat „SchleFaZ“, das er zusammen mit Peter Rütten moderiert, Kalkofe tut nichts lieber, als das Fernsehprogramm zu sezieren. Und da das deutsche Fernsehen nur so strotzt vor niveaulosen Sendungen, hat der Entertainer alle Hände voll zu tun.

So geht es in seinen Kolumnen um die verschiedensten Themen und Sendungen rund ums Fernsehen. Von Werbeslogans der Fernsehsender über GEZ und Reality-TV-Formate bis hin zu Einrichtungssendungen, die ihre Teilnehmer der Lächerlichkeit preisgeben: Kalkofe gibt zu allem seinen zynischen und maßlos übertriebenen Senf. Verkaufssendungen, große TV-Shows, die das nächste Supermodel oder den nächsten Superstar suchen, Talkshows und viele mehr kriegen ordentlich ihr Fett weg.

Fiese Seitenhiebe auf das TV-Programm

Solche Bücher mit Kolumnen-Sammlungen sind ja immer so eine Sache. Themen wiederholen sich irgendwann, und was einmal die Woche wohldosiert ist, kann in einer Sammlung schnell langweilig werden. Gibt es die wöchentliche Kalkofe-Kolumne überhaupt noch? Keine Ahnung.

Jedenfalls haut Oliver Kalkofe hier raus, was er am besten kann: absurde Übertreibungen, fiese Analysen und spitzzüngige Seitenhiebe, ganz wie bei „Kalkofes Mattscheibe“. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund, im Gegenteil. Seine Beiträge triefen vor Sarkasmus und Zynismus. Und mehr als einmal trifft er bei aller bösen Satire auch die Wahrheit, die die Fernsehmacher sicher nicht gerne sehen und wegen der so viele Menschen mittlerweile zu Prime und Netflix gewechselt sind oder DVDs schauen. Ach ja, oder lesen.

Wie schon angedeutet, können Kolumnen-Sammlungen schnell ermüdend sein. Auch bei diesem Buch ist es so, vor allem weil Kalkofe seine bekannten Übertreibungen, die manchmal ins Groteske gehen, in so ziemlich jeder Kolumne anbringt. Unterhaltsam ist das Ganze definitiv, aber um Abnutzungserscheinungen zu vermeiden, sollte man die Kolumnen dann doch eher in kleinen Portionen genießen.

Ob man so was nun mag oder nicht: Erschreckend oft trifft Kalkofe den Nagel auf den Kopf und zeigt überdeutlich auf, was im deutschen Fernsehen falsch läuft. Und wenn man bedenkt, dass das Buch schon über zehn Jahre alt ist, aber trotzdem immer noch ziemlich aktuelle Themen hat, ist das schon ein bisschen gruselig.

Abrechnung mit der Fernsehbranche

Wer Kalkofes Humor sowieso nicht mag, sollte einen weiten Bogen um „Kalkofes letzte Worte – Geschafft! Wir sind blöd!“ machen. Alle anderen sind herzlich eingeladen, einen schnodderigen, bösen und humorvollen Blick auf das Fernsehprogramm zu werfen. Dass das Buch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, stört dabei nicht: Schlechtes Fernsehen gibt es auch heute noch zur Genüge.

7/10 Mattscheiben

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Kalkofes letzte Worte – Geschafft! Wir sind blöd!
Autor: Oliver Kalkofe
Verlag: Lappan
ISBN: 9783548372891
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 144

Soweit ich weiß, wird das Buch mittlerweile von Ullstein aufgelegt.

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