Cover Philippa Gregory: Die ewige Prinzessin. Foto: Bastei Lübbe
Historisches

Philippa Gregory: Die ewige Prinzessin

Schon seit Jahren lese ich in den gängigen Netzwerken von Philippa Gregory und ihren wunderbaren historischen Romanen. Padi vom Booktube-Kanal WhatPadiLoves hat mich schließlich überzeugt, mir Gregorys „Die ewige Prinzessin“ mal genauer anzusehen. Und ich kann vorab schon mal sagen, ich habe es nicht bereut.

Die zukünftige Königin

Katharina von Aragón trägt kein einfaches Erbe. Als Tochter der mächtigen Monarchen Ferdinand von Aragonien und Isabella von Kastilien muss sie sich in den Dienst ihrer Familie stellen. Sie wird nach England verheiratet, um die Bande zwischen den beiden Ländern zu stärken. Mit 14 Jahren reist sie aus ihrer Heimat in das kalte, dreckige, schroffe England.

Doch obwohl sie sich ihr ganzes Leben lang bewusst gewesen ist, dass sie die Prinzessin von Wales ist, sehnt sich Katharina nach ihren Eltern, ihren Geschwistern und ihrem Heimatland. Es fällt ihr schwer, die englischen Sitten und Gebräuche anzunehmen, und sie hegt eine gewisse Abneigung gegenüber ihrem zukünftigen Gemahl Prinz Arthur, ihrem Schwiegervater und dessen Mutter.

So sehr sie unter ihren Lebensumständen leidet, verliert Katharina jedoch nie ihr Ziel aus den Augen: Königin von England zu werden.

Aufstieg und Fall einer Prinzessin

Wer sich ein wenig mit der Geschichte der Tudor-Familie auskennt, der weiß natürlich auch, was für einen harten und steinigen Weg Katharina von Aragón gehen musste, um ihre Ziele zu erreichen. Ich gehe hier jetzt nicht auf die historischen Details ein. Obwohl die meisten, die sich für das Buch interessieren, sicher auch den Aufstieg und Fall der „ewigen Prinzessin“ im Groben kennen, möchte ich nicht zu sehr spoilern.

Fakt ist aber: Mit jeder Zeile merkt man, dass Philippa Gregory weiß, wovon sie schreibt. Sie lässt die Tudor-Zeit und das historische England auferstehen. Die großen Persönlichkeiten der Geschichte werden lebendig und authentisch dargestellt, allen voran natürlich die junge Katharina. Man fühlt mit dem einsamen Mädchen mit, das von seiner Familie Abschied nehmen muss, um in einem fremden Land, umgeben von fremden Menschen, eine neue Heimat zu finden. Gefühlvoll, aber nie kitschig schildert Gregory den langen Weg Katharinas, ihre Sorgen und Nöte, ihren unbändigen Willen, Königin zu werden.

Auch die übrigen Figuren bestechen durch Glaubwürdigkeit. Sei es der verzogene, launische junge Prinz Harry, sei es die eifersüchtige Schwägerin Margaret, sei es der taktierende König Henry. So entsteht durch diese wunderbare Figurenzeichnung ein großartiges Bild der damaligen Zeit. Mir persönlich waren die inneren Monologe der „ewigen Prinzessin“ manchmal ein bisschen zu viel des Guten, den Lesespaß hat das aber kaum getrübt.

Geschichte wird lebendig

Ich habe es genossen, diesen historischen Roman zu lesen, und kann ihn jedem empfehlen, der sich mit der Tudor-Zeit näher beschäftigen will. Die damalige Zeit wird durch die fundierten Beschreibungen und die gelungenen Charakterzeichnungen wunderbar lebendig. „Die ewige Prinzessin“ unterhält nicht nur als historischer Abriss, sondern auch als Porträt einer zu allem entschlossenen jungen Frau.

8/10 Prinzessinnen

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Die ewige Prinzessin
Reihe: Die Tudor-Reihe – Band 1
Originaltitel: The Constant Princess
Autor: Philippa Gregory
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783404164691
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenzahl: 624

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