Querbuch eBook gegen Buch
Querbuch

Querbuch – eBook gegen Buch

1988 kam das erste eBook auf den Markt und seit knapp 15 Jahren gilt das eBook als ernstzunehmende Konkurrenz zum herkömmlichen Buch. Immerhin gibt es ja doch einige Vorteile im Vergleich zu Büchern. Viele Leser sind längst komplett umgestiegen oder kaufen sich sowohl Bücher als auch eBooks. Aber wer würde denn nun einen Wettbewerb, quasi ein Eins gegen Eins im höchstritterlichen Duell eBook gegen Buch, gewinnen? Ich habe mich auf die Suche nach den Vorteilen der beiden Kontrahenten gemacht.

Handlichkeit

Ein dünnes Taschenbuch liegt perfekt in der Hand. Aber wie sieht es mit dicken Schinken von 900 oder mehr Seiten aus? Da braucht es schon manchmal Popeye-Arme oder Lesekissen, um bequem und gemütlich zu lesen. Und wer will schon drei Kilo Bücher mit in den Urlaub nehmen, um seine Lesesucht am Strand zu befriedigen?

Beim eBook gibt es dieses Problem nicht: Der Reader ist leicht, handlich und liegt gut in der Hand – egal wie viele Seiten das Buch hat, das ihr gerade lest, und egal wie viele Bücher es sind, die ihr darauf gespeichert habt. Und der Reader passt auch problemlos in jede Tasche, ist also ein idealer Begleiter für unterwegs.

Dieser Punkt geht an das eBook.

eBook gegen Buch – 1:0

Verfügbarkeit

Jaja, die herrliche Corona-Zeit … Einfach in den Buchladen gehen und sich einen Schwung neuer Bücher holen, ist gar nicht mehr so einfach. Aber selbst ohne Corona bedeutet ein Bücherkauf mindestens mal, ins Auto zu steigen und in den nächsten Buchladen zu fahren – oder im Internet zu bestellen und entsprechend ein paar Tage auf die Ankunft des ersehnten Päckchens zu warten.

Auch da hat das eBook einen Vorteil. Einfach online ein Buch aussuchen, kaufen, auf den Reader laden – fertig. Der Lesestoff ist direkt verfügbar. Einfacher und schneller kann man seine Sucht nicht befriedigen. Außer man wohnt in einer Bibliothek. Oh, was ein hübscher Gedanke … Hm …

Schon wieder ein Punkt für das eBook. Mein Außenseiter liegt klar in Führung!

eBook gegen Buch – 2:0

Optik

Was die Äußerlichkeiten angeht, hat das eBook nicht wirklich etwas zu bieten. Ein flaches Gerät, das an ein Tablet erinnert, mit ein paar Tasten und einem Bildschirm. Man muss sich nicht dafür schämen, wenn es irgendwo in der Wohnung liegt, aber es ist jetzt auch kein Blickfang. Zumindest kann ein eBook keine Leserillen und Eselsohren bekommen.

Ha! Hier gelingt dem Buch endlich der Anschlusstreffer. Denn was gibt es Schöneres als eine Regalwand voller Bücher? Herrliche Cover in den tollsten Farben? Edle Hardcoverbände der Lieblingsbücher? Eine Buchreihe im selben Stil direkt nebeneinander? Das Auge isst und liest mit – und da gewinnt eindeutig das klassische Buch. Und ja, es gibt auch hässliche Cover, aber die stellt man sich nicht unbedingt mitten ins Wohnzimmer.

Das Buch holt auf.

eBook gegen Buch – 2:1

Bedienung

Es ist schon ziemlich cool, dass ein eBook so viele Extrafunktionen hat. Sei es die Möglichkeit, die Schrift größer oder kleiner zu stellen, sei es eine eingebaute Lichtquelle, sei es die Tatsache, dass man mit einer Suchfunktion sogar ganz bestimmte Passagen in einem Buch suchen kann. Und die Bedienung an sich ist ja auch simpel. Gerät anmachen, Buch auswählen und lesen.

Umgekehrt hat das Buch ebenfalls seine Vorteile: Zum Beispiel braucht das Buch weder Strom noch Akku, ist also jederzeit und überall nutzbar. Außerdem fühlt sich ein Buch wunderbar in den Händen an, es riecht gut und das Geräusch von blätternden Seiten ist einfach herrlich (wehe, hier ruft jemand „Freak“!). Noch dazu sieht man direkt, wie viele Seiten im aktuellen Buch noch vor einem liegen – und wenn das keine Motivation ist, weiterzulesen?

Für mich ein ganz klarer Punkt für das Buch.

eBook gegen Buch – 2:2

Kosten

Bücher können ganz schön ins Geld gehen, vor allem wenn man viel liest und gerade bei Neuerscheinungen schlecht Nein sagen kann. Wer kennt das nicht: Der neue Roman des Lieblingsautors erscheint und man muss dieses Buch sofort und auf der Stelle haben? Natürlich gibt es Möglichkeiten zu sparen: gebrauchte Bücher, Bücher ausleihen, Bücher tauschen und so weiter.

Es gibt auch teurere eBooks, und man darf die Kosten für den Reader nicht vergessen. Allerdings gibt es auch oft supergünstige eBooks bei Aktionen zu kaufen und unterm Strich schont es einfach den Geldbeutel, Bücher als eBook zu erstehen.

Daher geht dieser Punkt an das eBook.

eBook gegen Buch – 3:2

Nostalgiefaktor

„Hach, weißt du noch, damals, als ich mit dem eBook Sowieso im Garten lag und die Vögel zwitscherten …“ Nein, einen besonderen Nostalgiefaktor kann man dem eBook sicher nicht zusprechen. Es ist funktionell, schlicht und praktisch. Und das ist auch absolut in Ordnung so.

Ein Buch dagegen kann auch ohne seinen Inhalt eine ganze Geschichte erzählen. Ist es euch schon mal passiert, ein altes Buch zu öffnen und darin kleine Dinge zu entdecken? Sei es eine alte Rechnung, sei es ein getrocknetes Blatt, seien es Sandkörner vom letzten Strandurlaub? Oder ihr wart im Krankenhaus und habt dort ein wunderbares Buch gelesen, das euch die Zeit dort etwas erträglicher gemacht hat? Oder ihr nehmt euer Lieblingsbuch in die Hand und erinnert euch ganz genau daran, wann und wo ihr es zum ersten Mal gelesen habt? Oder ihr entdeckt im Keller alte Bücher, die einst euren Großeltern gehört haben? Dieser Nostalgiefaktor mag nicht jedem wichtig sein, aber für mich sind manche Bücher mehr als nur Unterhaltungslektüre.

Und damit schafft das Buch erneut den Ausgleich!

eBook gegen Buch – 3:3

Nach den zu vergebenden Punkten herrscht also Gleichstand zwischen den Kontrahenten. Unterm Strich würde ich ein Buch aber doch vorziehen – die große Liebe tauscht man nicht einfach so aus, egal wie viele Vorteile ein eBook auch bieten mag.

Wie sieht es bei euch aus? Lest ihr lieber Oldschool-Bücher oder seid ihr längst auf eBooks umgestiegen? Oder greift ihr zu beidem? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

One Comment

  • Robert

    Hallo,
    ich bin auch Old-School-Leser, mit E-Books kann ich nichts anfangen. Ich denke nur ans Lesen in der Badewanne. Wenn man da mal einnickt, sind die E-Book-Kosten deutlich höher als die Kosten für ein Taschenbuch.
    Aber im Ernst: Ich genieße es, in einer Buchhandlung zu stöbern, mir die Covers anzuschauen, Klappentexte zu lesen und in Vorfreude zu versinken. Das ist für mich wesentlicher Bestandteil der Vorfreude aufs Lesen.

    Klares 2:0 für Bücher.

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