Cover Sebastian Fitzek: Die Therapie. Foto: Knaur
Thriller

Sebastian Fitzek: Die Therapie

Jeder, der gerne Thriller mag, sollte mittlerweile etwas von Sebastian Fitzek gelesen oder zumindest gehört haben. Der Berliner Autor beherrscht die Szene in den letzten Jahren wie kaum ein anderer und wurde schon in diverse Sprachen übersetzt. „Die Therapie“ war sein Debütroman aus dem Jahr 2006.

Ein Mädchen verschwindet

Viktor Larenz führt ein nahezu perfektes Leben: Der bekannte Psychiater ist attraktiv, verfügt über viel Geld und hat eine kleine Bilderbuchfamilie. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles für ihn: Seine zwölfjährige Tochter Josy, sein ganzer Stolz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Die Suche bleibt ergebnislos, und Viktor und seine Frau müssen sich irgendwann mit diesem Verlust arrangieren.

Vier Jahre vergehen. Vier Jahre, in denen Viktor dem Rätsel um seine verschwundene Tochter keinen Schritt nähergekommen ist. Der Psychiater ist verbittert und zynisch geworden. Er zieht sich in sein Ferienhaus zurück, um allein zu sein. Doch plötzlich steht eine junge Frau vor seiner Haustür. Sie möchte seine Hilfe als Psychiater und berichtet ihm von ihren Wahnvorstellungen und psychischen Krankheiten.

Erst will Viktor sie abweisen, aber dann sagt sie etwas, das seine Neugier weckt: Sie glaubt, immer wieder ein junges Mädchen zu sehen. Die Parallelen zu Josy sind so auffällig, dass Viktor beschließt, sie zu therapieren. Doch die Wahrheit, die er zu entdecken hofft, wird ihm nicht gefallen …

Knackiges Debüt

Anders als viele Autoren, denen man im Debütroman anmerkt, dass die schriftstellerische Erfahrung noch etwas fehlt, weist Sebastian Fitzeks erster Roman bereits all die markanten Komponenten auf, die seinen Werken zu so großem Erfolg verholfen haben. Da sind zum einen die kurzen, knackigen Kapitel, die einen immer wieder dazu verleiten, noch ein bisschen weiterzulesen. Jaja, nur noch ein Kapitel …

Noch fieser wird es, wenn Fitzek die Kapitel mit seinen berühmt-berüchtigten Cliffhangern versieht. Die überraschenden Wendungen sind sein Markenzeichen, und wenn sie manchmal auch zu konstruiert erscheinen, verfehlen sie doch nur selten ihre Wirkung. Die Charaktere sind eher knapp gezeichnet, auch ausführlichere Beschreibungen sucht man vergebens. Der Stil ist klar, zielgerichtet und auf das Wesentliche reduziert.

Mir persönlich haben Auflösung und Ende den Thriller ein bisschen verleidet. Natürlich ist es schwer, die teils wahnwitzigen Drehungen und Wendungen zu einem glaubwürdigen Finale zu führen. Aber hier hätte es gern noch etwas mehr sein können.

Kurzweilig und spannend

Unterm Strich beweist Sebastian Fitzek schon in seinem Debütroman „Die Therapie“, dass er das Zeug hat, bei den großen Thrillerautoren mitzumischen. Seine Stärken zeichnen sich bereits hier deutlich ab, und auch wenn man nun keine tiefgründige Lektüre erwarten darf, kurzweilige und spannende Unterhaltung ist bei Fitzek garantiert.

7/10 Wahnvorstellungen

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Die Therapie
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Knaur
ISBN: 9783426633090
Erscheinungsjahr: 2006
Seitenzahl: 336

One Comment

  • Loretta Schneider

    Was für ein Schmankerl… was soll ich sagen – auch hier habe ich das Buch in drei Tagen verspeist.
    So unfassbar spannend! Ein Rätsel jagte das andere und man möchte SOFORT wissen WARUM, WIESO, WESHALB 😀

    Ich danke Dir für deine Ausleihe, du bist ein Schatz:-*

    Was mir gerade noch einfällt, das hier war mein erstes Fitzek-Buch und direkt ins Schwarze damit getroffen – Juhu!

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