Cover Terry Pratchett: Gevatter Tod. Foto: Piper
Fantasy,  Humor

Terry Pratchett: Gevatter Tod

Wer auch nur einen einzigen Scheibenwelt-Roman gelesen hat, der kennt Gevatter Tod. Diesen unangenehmen Zeitgenossen, der die jüngst Verstorbenen zur letzten Reise abholt und dabei nur in Großbuchstaben spricht. „Gevatter Tod“ von Terry Pratchett ist der erste Roman der Scheibenwelt, der sich vollständig um Tod dreht.

Der Tod macht Urlaub

Gevatter Tod hat ständig was zu tun. Kürzlich Verstorbene abholen, die Sense schwingen, auf die Sanduhrgläser der Lebenden achten … Hinzu kommen ständige Rufbereitschaft, Wochenendarbeit und, und und. Aber jetzt ist Schluss! Tod ist reif für einen langen, erholsamen Urlaub.

Tja, aber um sich diesen Urlaub zu gönnen, braucht er einen Vertreter. Schließlich müssen die Leute ja trotzdem weiterhin sterben. Seine Wahl fällt auf den jungen Mortimer, kurz Mort, der sein Lehrling wird. Tod arbeitet den jungen Tollpatsch ein und überlässt ihn dann der großen Herausforderung seiner Vertretung.

Der arme Mort gibt alles, in die großen – und knöchernen – Fußstapfen zu treten, die Tod hinterlassen hat, zumindest für eine Weile. Doch als Mort der Prinzessin Keli den Tod bringen soll, entscheidet er sich anders. Und damit verändert er den Lauf der Geschichte und bringt sogar die Scheibenwelt in Gefahr …

Humorvolles Sterben

Das Schöne an den Scheibenwelt-Romanen ist, dass ihr sie in jeder beliebigen Reihenfolge lesen könnt. Es ist also egal, ob ihr mit „Gevatter Tod“ oder mit dem offiziell ersten Roman „Die Farben der Magie“ oder einem ganz anderen loslegt. Manche Romane sind lose miteinander verbunden oder greifen Themen aus anderen Büchern auf, aber letztlich zählt nur, DASS ihr die Scheibenwelt-Romane lest.

„Gevatter Tod“ ist für mich eines der stärksten Werke von Pratchett, auch wenn ich fast alle großartig finde. Hier wird Tod, der in allen anderen Romanen seinen jeweiligen Kurzauftritt genießt, zum ersten Mal in den Mittelpunkt gerückt. Und das ist einfach herrlich! Zu sehen, wie Tod lebt, was er den ganzen Tag so tut und wie seine Familie so ist, das hat einfach riesigen Spaß gemacht.

Hinzu kommt dieser ganz besondere Humor, den nur ein Terry Pratchett so zu Papier bringen kann (bzw. konnte – leider!). Trocken, manchmal charmant albern, gerade in Zusammenhang mit Tod durchaus auch mal recht schwarz, aber sprachlich immer auf dem Punkt. Da muss man Andreas Brandhorst als Hauptübersetzer der Scheibenwelt-Romane ebenfalls ein dickes Kompliment machen. Auch diese genialen, fantasievollen Ideen wie die wörtliche Rede von Gevatter Tod in Großbuchstaben, der Rattentod und vieles mehr zeugen von Pratchetts überbordender Kreativität. Übrigens: Den Frankophilen unter euch ist sicher aufgefallen, dass der Name „Mort“ auch nicht zufällig ausgesucht worden ist.

Highlight in einer Reihe toller Romane

Ich bin ein Riesenfan der Scheibenwelt-Romane und „Gevatter Tod“ von Terry Pratchett ist für mich eins der Highlights dieser Reihe. Wer trockenen britischen Humor, fantasievolle Geschichten und dazwischen überraschend kluge Gedanken über das Leben und den Tod mag, der hat keine Wahl, als sich dieses Buch zu schnappen. Gevatter Tod ist einfach Kult, und um es in seinen Worten zu sagen: FANGT AN ZU LESEN!

10/10 Tode

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Gevatter Tod
Reihe: Die Scheibenwelt – Band 4
Originaltitel: Mort
Autor: Terry Pratchett
Verlag: Piper
ISBN: 9783492280648
Erscheinungsjahr: 1987
Seitenzahl: 336

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