Bild Top 5 liebsten Fantasy-Reihen meiner Jugend
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Top 5 – Die liebsten Fantasyreihen meiner Jugend

Ich habe Fantasy eigentlich schon immer supergern gelesen. Als Jugendliche habe ich da auch meine ersten richtigen Erfahrungen mit Reihen gesammelt. Adieu, ihr tollen Einzelbände und her mit den Endlosreihen, die ich wegsuchten kann! Mittlerweile sind meine Ansprüche gestiegen oder haben sich geändert, das kann man so oder so sehen. Aber weil meine Liebe zur Fantasy nach wie vor ungebrochen ist, möchte ich euch heute meine Top 5 der liebsten Fantasy-Reihen meiner Jugend vorstellen. Rereads nicht ausgeschlossen!

Übrigens eine kurze Anmerkung: Ich hatte noch nie wirklich Bezug zu Jugendromanen. Alles, was ich euch hier vorstelle, ist nicht speziell für Kinder oder Jugendliche geschrieben. Deshalb könnte da die eine oder andere interessante Reihe für euch dabei sein. Einige meiner aufgelisteten Buchreihen kennt ihr vermutlich auch schon (wehe, ihr kennt nicht mindestens zwei bis drei!).

5. Raymond Feist und Janny Wurts: Die Kelewan-Saga

Die Kelewan-Saga Band 1 von Raymond Feist.
Foto: blanvalet
Top 5 - Die liebsten Fantasyreihen meiner Jugend
Die Kelewan-Saga Band 1 von Raymond Feist.
Foto: blanvalet

Obwohl ich mich in meiner Jugendzeit so ziemlich überhaupt nicht mit Feminismus befasst habe, fand ich es damals schon verdammt cool, dass die Hauptfigur in der Kelewan-Saga von Raymond Feist eine Frau war. Für mich als junges Mädchen gab es da schon ein gewisses Identifikationspotenzial.

Die junge Mara muss nach dem Tod ihrer Familie die Geschicke des edlen Hauses Acoma lenken. Ohne Erfahrung und ohne starke Verbündete kämpft sie ums Überleben. Doch mit Klugheit, Berechnung und einem unbezwingbaren Willen versucht Mara, ihr Haus zu alter Stärke zu führen.

Bevor ich die Kelewan-Saga las, kannte ich von Feist bereits die Midkemia-Saga. Dass er beide Sagas mal mehr, mal weniger offensichtlich miteinander verknüpft, obwohl sie in völlig anderen Welten spielen, fand ich damals großartig. Die sechs Bände (mittlerweile gibt es die Reihe wie im Original als Trilogie) stehen sehr weit oben auf meiner Reread-Liste.

4. Diverse Autoren: Das Schwarze Auge

Computerspiele, Pen and Paper, Chat-RPG – und natürlich die Bücher: Das Schwarze Auge hat seit vielen Jahren einen Platz in meinem Leben. Bis heute mag ich Aventurien total gerne, auch wenn ich mittlerweile viele kleinere und größere Probleme erkenne, die damals beim Weltenbau vielleicht nicht ganz logisch geraten sind.

Die Reihe umfasst laut Wikipedia nunmehr über 170 Romane, und zu dieser Wahnsinnsmenge kommen noch Sonderausgaben und Neuauflagen hinzu. Ulrich Kiesow, Hans Joachim Alpers und Werner Fuchs entwarfen die schillernde Welt von Aventurien, die die Heimat für abertausende von RPG-Spielern wurde. Die Bücher lassen sich meist völlig unabhängig voneinander lesen, manchmal gibt es auch kleine Reihen innerhalb der Hauptreihe.

Natürlich habe ich nicht alle Bücher gelesen, und um ehrlich zu sein, gab es auch einige, die ich ziemlich schlecht fand. Einige der zahlreichen Autoren, die DSA-Bände geschrieben haben, kannten die Welt nicht so wahnsinnig gut und so fanden sich oft Logikfehler darin. Meistens war mir das relativ egal, solange die Geschichte gut war (aber auch das war leider nicht immer der Fall). Handwerklich würde ich also behaupten, es gibt sicher viele bessere Fantasy-Reihen.

Aber! Aventurien und seine Völker sind mit viel Liebe konzipiert, bieten für nahezu jeden Geschmack das Passende und sind der Schauplatz für zahllose spannende Abenteuer. Einen DSA-Roman zu lesen, ist für mich bis heute ein bisschen wie nach Hause kommen. Und deshalb hat sich „Das Schwarze Auge“ seinen Platz in dieser Top 5 der liebsten Fantasy-Reihen meiner Jugend redlich verdient. „Túan der Wanderer“ von Uschi Zietsch und Björn Jagnows „Die Zeit der Gräber“ habe ich übrigens schon auf dem Blog rezensiert. Weitere Romane werden nach und nach folgen.

Der Scharlatan - Band 1 der DSA-Reihe von Ulrich Kiesow.
Foto: Heyne
Top 5 - Die liebsten Fantasyreihen meiner Jugend
Der Scharlatan – Band 1 der DSA-Reihe von Ulrich Kiesow.
Foto: Heyne



3. Tolkien: Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe - alle drei Bände.
Foto: Klett-Cotta
Top 5 - Die liebsten Fantasyreihen meiner Jugend
Der Herr der Ringe – alle drei Bände.
Foto: Klett-Cotta

Ich kann euch schon aufschreien hören: Was, wie bitte? „Der Herr der Ringe“ nur auf Platz drei? Pfui! Tja, aber tatsächlich haben mir die drei Romane damals in meiner Jugendzeit ganz schön viel abverlangt. Auch wenn ich damals schon vorwiegend Erwachsenenliteratur gelesen habe, war die Trilogie schon ziemlich anspruchsvoll. Ich habe lange zum Lesen gebraucht, war aber danach richtig stolz auf mich.

Ein weiterer Grund für „nur“ Platz drei: Ich habe die Lieder und Gedichte nicht so gemocht. Das war (und ist) einfach nicht so mein Fall, egal in welchem Buch. Und Tom Bombadil hab ich ja mal überhaupt gar nicht ausstehen können. Wer war noch so froh wie ich, dass er in den Filmen nicht aufgetaucht ist?

Über die Handlung muss ich euch ja nicht mehr viel erzählen, die sollte weithin bekannt sein: Frodo Beutlin und viele treue Gefährten machen sich auf den gefahrvollen Weg, um Mittelerde vor dem bösen Sauron zu retten. Dabei begegnen sie zahlreichen Gefahren und Herausforderungen, Feinden und neuen Verbündeten.

Tolkien hatte sein Werk eigentlich als eine einzige Geschichte angesehen. Dass „Der Herr der Ringe“ in jene drei Bände gesplittet wurde, die wir heute sowohl in Buch- als auch in Filmform kennen, lag schlicht an den hohen Papierpreisen im Nachkriegsengland der 1950er Jahre. Wenn man es ganz genau nimmt, passt das Ganze also gar nicht in meine Fantasy-Reihen. Mir egal. 🙂


2. Raymond Feist: Midkemia-Saga

Ich hatte euch vorhin ja schon die Kelewan-Saga von Raymond Feist vorgestellt. Jetzt ist seine für mich persönlich beste Saga an der Reihe: die Midkemia-Saga. Wir begleiten die beiden jungen Freunde Pug und Thomas über einen langen Zeitraum durch ein gefahrvolles, aber spannendes Leben. In Pug wird große magische Macht entdeckt und er geht zu einem Magier in die Lehre, um seine Kräfte zu schulen. Thomas hingegen wird zum Krieger ausgebildet. Das Königreich Rillanon wird die beiden bald dringend brauchen, denn das Land befindet sich im Krieg.

Pug ist für mich eine der wunderbarsten Figuren, die ich je in einem Fantasyroman gelesen habe. Mit meiner jetzigen Leseerfahrung würde ich behaupten, dass Pugs Werdegang ein 08/15-Schicksal in der Fantasywelt ist: ein junger, einfacher Bursche entpuppt sich als Retter ganzer Welten.

Und trotzdem hat mich sein Wesen so vereinnahmt, dass ich der Midkemia-Saga viele Klischees verzeihe. Vier Bände umfasst die Saga, nämlich „Der Lehrling des Magiers“, „Der Verwaiste Thron“, „Die Gilde des Todes“ und „Dunkel über Sethanon“. Darüber hinaus gibt es weitere Bände, die in der Welt von Midkemia spielen und in denen liebgewonnene Charaktere auftauchen. Aber nichts kommt über diese erste Saga. Und auch hier ist ein Reread in Sicht.

Die Midkemia-Saga 1 von Raymond Feist.
Foto: blanvalet
Top 5 - Die liebsten Fantasyreihen meiner Jugend
Die Midkemia-Saga 1 von Raymond Feist.
Foto: blanvalet


1. Terry Pratchett: Die Scheibenwelt

Terry Pratchett: Die Farben der Magie. Foto: Piper
Top 5 - Die liebsten Fantasyreihen meiner Jugend
Terry Pratchett: Die Farben der Magie. Erster Band der Scheibenwelt-Romane.
Foto: Piper

Ich glaube, hier muss ich nicht mehr viel sagen. Wenn ihr Terry Pratchett und seine bizarre Scheibenwelt kennt und mögt, versteht ihr vermutlich, warum diese Reihe auf dem ersten Platz gelandet ist. Auf dem Blog habe ich euch ja schon „Die Farben der Magie“, „Das Licht der Fantasie“ und „Gevatter Tod“ vorgestellt, weitere sollen folgen.

Insgesamt umfasst Pratchetts Scheibenwelt-Reihe 41 Romane, von denen ich etwa 20 gelesen habe. Und was soll ich sagen, damals wie heute trifft dieser besondere Humor, den Pratchett besaß, bei mir voll ins Schwarze. Dazu eine wirklich bizarre, seltsame, sämtlichen Naturgesetzen zu widersprechen scheinende Welt, die von vier Elefanten getragen wird, die wiederum auf dem Rücken einer Schildkröte stehen. Wie schräg kann es denn noch werden?

Antwort: ja! Denn auch all die skurrilen, großartigen Charaktere, egal ob Protagonisten (wie Rincewind oder Samuel Mumm) oder wiederkehrende Nebenfiguren (wie der Patrizier, Gevatter Tod oder Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin-Schnapper), tragen ihren Teil dazu bei, dass die Scheibenwelt ein ganz einzigartiger, besonderer Ort ist, zu dem jeder Fantasy-Fan einmal reisen muss.

Als Jugendliche habe ich vielleicht nicht so viel von der Sozialkritik verstanden, die Pratchett immer wieder sehr charmant einstreute, aber ich liebte die Bücher heiß und innig. Und auch heute noch lese ich die Reihe wahnsinnig gerne. Für mich hat sie nichts von ihrem unwiderstehlichen Sog verloren. Große Liebe!


Was sind eure Lieblings-Fantasy-Reihen?

Das waren die Top 5 der liebsten Fantasy-Reihen meiner Jugend. Es gibt noch einige Reihen mehr, zu denen ich meinen Senf hätte geben können. Zu manchen habe ich noch größere Projekte auf dem Blog vor (zum Beispiel Stephen Kings „Der Dunkle Turm“, der eigentlich auf Platz eins gehört), andere waren zwar gut, hatten aber einfach nicht das Zeug zu einem Platz unter den Top 5.

Wie steht es mit euch? Kennt ihr einige der Reihen, die ich euch vorgestellt habe? Erinnert ihr euch noch, welche Fantasy-Reihen ihr in eurer Jugend besonders gern gelesen habt und die euch bis heute begleiten? Oder mochtet ihr damals Reihen, die ihr heute überhaupt nicht mehr gern lest? Ich bin gespannt auf eure Antworten!

4 Comments

    • Tina

      Hey Markus! Schön, dass du den Weg hierher gefunden hast. 🙂 Und ich kann dir nur absolut recht geben: Die Scheibenwelt ist absolut ein Must Read. Es gibt auch schwächere Bände der Reihe, ist ja ganz klar, aber mit wie viel Fantasie, Liebe zum Detail und skurrilen Ideen Pratchett diese Welt erschaffen hat, ist absolut außergewöhnlich.
      Ich wünsch dir noch ein schönes Wochenende, bis bald!
      Liebe Grüße
      Tina

  • Robert Klinkner

    Hallo an alle Leser,
    ich habe alle 5 hier erwähnten Serien ganz oder zumindest teilweise gelesen. Vor allem bei der Midkemia-Saga ist es mir nicht erklärlich, warum diese Reihe nicht den Weg in die Filmbranche geschafft hat. Das Potenzial hat sie dafür allemal.
    Zwei neuere Serien, die mir sehr gut gefallen haben, möchte ich hinzufügen:
    Einmal die Codex Alera-Reihevon Jim Butcher; in sechs Bänden wird die Entwicklung eines Bauernjungen im Krieg gegen eine mit viel Fantasie beschriebene fremde Macht geschildert. Freunde blutiger Kämpfe kommen ebenso auf ihre Kosten wie Liebhaber sanfter Gefühle. Diese Reihe liest sich seht kurzweilig.
    Zum andern die Nevernight-Reihe von Jay Kristoff in drei Bänden. Die Geschichte ist recht blutig. Mit einenem eigenwilligen Schreibstil, dar aber gut zur Protagonistin passt, erzählt der Autor den Werdegang einer Meuchelmörderin auf ihrem Rachefeldzug. Wer es etwas deftiger mag, sollte einen Blick in diese Reihe wagen.

    Viel Spass beim Stöbern.

    • Tina

      Haha, den ersten Teil von Butcher habe ich hier ganz oben auf meinem Bücherstapel liegen … und zufällig im Artikelfoto mit drauf. 😀 Dann muss ich da auf jeden Fall so bald wie möglich loslegen!
      Und stimmt, von der Nevernight-Reihe hattest du mal erzählt. Hach, so viele tolle Reihen zu lesen und so wenig Zeit.
      Aber bei der Midkemia-Saga bin ich total bei dir. Völlig unerklärlich, warum sich da noch niemand rangemacht hat, eine Serie daraus zu machen. Perfekter Stoff für herrlich klassische Fantasy. Wenigstens haben wir die PC-Spiele dazu!
      Viele liebe Grüße!

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