Cover Uschi Zietsch: Tuan der Wanderer. Foto: Heyne
Fantasy

Uschi Zietsch: Túan der Wanderer

In den 1990er Jahren gab es einen riesigen Hype um „Das Schwarze Auge“. Das Pen-&-Paper, Einzel-Abenteuer, Computerspiele, Romane … Einer der ersten dieser Romane ist „Túan der Wanderer“ von Uschi Zietsch, der 1995 erschien und seine Leser in die sehr umfangreiche Welt von Aventurien entführt.

Ungleiches Paar auf großer Reise

Wenn es etwas gibt, was Aigolf Thuranson mehr hasst als alles andere, dann ist es die Sklaverei. Der aus dem Bornland stammende Kapitän kann nicht verstehen, warum vor allem im Süden Aventuriens so viele Menschen versklavt sind und als unmündige Diener ihren Herren jeden Wunsch erfüllen müssen.

Als er auf einer seiner Reisen in Al’Anfa den jungen Waldmenschen Túan kennenlernt, beschließt er, dem Jungen zu helfen. Denn Túan ist ganz offensichtlich ein Sklave auf der Flucht vor Sklavenjägern. Aigolf bringt den Jungen zunächst zu seinem Stamm zurück, doch dort ist er ein Verstoßener.

Also heißt es nun, seine Mutter zu finden. Eine aufregende Abenteuerreise quer durch Aventurien steht dem ungleichen Paar bevor.

Aventurisch oder nicht aventurisch?

Einige Fans kritisieren, der Roman sei „unaventurisch“ und habe wenig mit der Fantasywelt zu tun. Es gibt sicher Werke, deren Handlung wesentlich intensiver mit aventurischen Bräuchen und Besonderheiten verknüpft ist. Aber diesen Umstand als alleiniges Kriterium zu nehmen, halte ich für ein bisschen zu streng. Na ja, jedem das Seine.

Für mich war „Túan der Wanderer“ sicherlich auch nicht der beste Roman in der Reihe. Die Charaktere sind sympathisch, aber nicht ganz stimmig. Aigolf ist ein wahrer Abenteurer, der gefühlt schon alles gesehen und erlebt hat. Er kennt sich mit allem und jedem aus – das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber auch nicht wirklich störend.

Dagegen macht Túan nicht den Eindruck eines Sklaven. Er drückt sich zu gewählt aus, beherrscht die Sprache perfekt und kennt sich gut im Dschungel aus, obwohl er diesen seit vielen Jahren nicht gesehen hat.

Trotz aller Kritik mochte ich „Túan der Wanderer“ ganz gern. Ich fand die Charaktere sympathisch, habe mich auch nicht an der wirren Reise quer durch Aventurien gestört. Vielleicht ein bisschen harmlos, aber unterhaltsam gestalten sich die Abenteuer des ungleichen Paares.

Kurzweilige Kost aus Aventurien

„Túan der Wanderer“ gehört sicher nicht zu den stärksten Romanen der Reihe, aber Uschi Zietsch bietet leichte, unterhaltsame Kost aus Aventurien mit einer netten Story und sympathischen Charakteren, denen ich gerne bei ihrem Abenteuer gefolgt bin. Da konnte ich auch gut über ein paar Schwächen hinwegsehen.

6/10 Aventurien-Reisen

Die nackten Fakten

Deutscher Titel: Túan der Wanderer
Reihe: Das Schwarze Auge – Band 2
Autor: Uschi Zietsch
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453086777
Erscheinungsjahr: 1995
Seitenzahl: 220

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